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Brandrodung in Venezuela

WWF-Bericht EU ist zweitgrößter Tropenwald-Zerstörer

Die Tropenwälder der Erde werden weiter gerodet, damit landwirtschaftliche Flächen entstehen können. Die EU-Länder sind daran alles andere als unschuldig, wie der jüngste Bericht des World Wide Fund For Nature (WWF) zeigt.

16.04.2021 - 13:05 Uhr | in Nachhaltigkeit

Soja, Rindfleisch, Kaffee: Damit es davon in Europa genug gibt, müssen in anderen Weltregionen Wälder weichen. Für EU-Importe wurden zuletzt pro Jahr durchschnittlich Tropenwälder von der vierfachen Größe des Bodensees gerodet. Im Jahr 2017 gingen weltweit 16 Prozent der Abholzung von Tropenwald im Zusammenhang mit dem Handel auf das Konto von EU-Importen, wie ein Bericht der Umweltorganisation WWF für die Jahre 2005 bis 2017 feststellt. Die Europäische Union liegt damit hinter China, das für 24 Prozent verantwortlich ist, auf Platz 2.

Der WWF spricht von einer so genannten „importierten Entwaldung“, durch die die EU 2017 indirekt 116 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht habe. Das entspricht mehr als einem Viertel der EU-Emissionen aus dem Sektor Landwirtschaft im selben Jahr. Diese indirekten Emissionen werden in den offiziellen Statistiken zu Treibhausgas-Emissionen nicht erfasst.

Tropische Wälder spielen im globalen Kohlenstoffkreislauf und damit für das weltweite Klima eine entscheidende Rolle. Sie speichern mehr als 17 Prozent des weltweit in der Vegetation und dem Boden gebundenen Kohlenstoffs. Wird der Wald zerstört, gelangt das Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre und trägt so zum Klimawandel bei. Wie wichtig der Regenwald für die Menschheit ist, zeigt sich auch in der Medizin: Obwohl erst 1 Prozent aller Regenwaldpflanzen auf ihre medizinische Verwendbarkeit getestet wurde, entstammen ihnen bereits 25 Prozent der Bestandteile unserer Medikamente.