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Sinkender Konsum und wirtschaftliche Unsicherheit

Rekordwachstum Europäer sparen mehr als 500 Milliarden Euro

Die Coronakrise hat sich signifikant auf die Bankguthaben der europäischen Sparer ausgewirkt. Laut einer Analyse des FinTechs Deposit Solutions hatten die Deutschen 2020 pro Kopf rund 1.800 Euro mehr auf dem Konto als im Vorjahr. In Frankreich stiegen die Guthaben sogar noch stärker.

22.02.2021 - 15:47 Uhr | in News

Zum ersten Mal überhaupt hat der Geldzuwachs auf Giro- und Sparkonten in der Eurozone die Grenze von 500 Milliarden Euro überschritten. Dies zeigt eine Analyse des Hamburger FinTech-Unternehmens Deposit Solutions auf Basis von Daten der Europäischen Zentralbank. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Sparvolumen der Europäer damit um knapp 50 Prozent gewachsen. Der Großteil des Geldes, rund 150 Milliarden Euro, entfällt auf deutsche Sparer.

„Sinkender Konsum und ein anhaltend unsicheres wirtschaftliches Umfeld haben dazu geführt, dass die Menschen mehr Geld auf ihren Konten haben als je zuvor“, sagt Dr. Tim Sievers, CEO und Gründer von Deposit Solutions. „Wir beobachten in sämtlichen europäischen Ländern die gleiche Entwicklung: Spareinlagen nehmen eine immer zentralere Rolle in den Finanzportfolios der Menschen ein.“

Bedürfnis nach Sicherheit und Flexibilität

Innerhalb der Eurozone sind die Bankguthaben der Franzosen mit rund 2.200 Euro pro Kopf am stärksten gestiegen. Es folgen die Deutschen mit 1.800 Euro. Dahinter liegen italienische und spanische Sparer mit jeweils 1.300 Euro. Besonders extrem ist die Entwicklung in Großbritannien: Hier ist das Sparvolumen im Jahresvergleich um mehr als das 2,5-fache gestiegen. So hatten die Briten Ende 2020 pro Kopf umgerechnet rund 2.500 Euro mehr auf ihren Konten als noch zu Jahresbeginn.

„Die Bankguthaben steigen, doch viele Sparer bekommen bei ihrer Hausbank nur sehr niedrige oder gar keine Zinsen mehr. Die öffentliche Debatte dreht sich in Deutschland jedoch relativ einseitig um die Frage, wie Sparer in andere Produktkategorien wie zum Beispiel Aktien geführt werden können – ohne auf die Tatsache Rücksicht zu nehmen, dass viele Menschen ihr Geld offenkunding lieber auf Bankkonten halten möchten“, sagt Dr. Tim Sievers. „Man sollte das Bedürfnis der Sparer nach Sicherheit und finanzieller Flexibilität ernst nehmen. Der technologische Fortschritt und ein einheitlicher europäischer Binnenmarkt ermöglichen es, besser verzinste Einlagenprodukte von anderen europäischen Banken über die eigene Hausbank zu nutzen. Diesen Weg haben in Deutschland Institute wie die Deutsche Bank oder die großen Sparkassen in Hamburg und im Rheinland für ihre Kunden bereits eingeschlagen – mit Erfolg.“

Für die Publikation „2020 Deposit Market Spotlight – Annual Report“ untersuchte das FinTech auf Basis von aggregierten Daten der Europäischen Zentralbank, der Bank of England, des Statistischen Bundesamts, Eurostat und Barkow Consulting die Entwicklung der Privatkundeneinlagen bei Banken in der Eurozone und im Vereinigten Königreich.