Europäische Banken Bilanzen lösen Sorgen aus

Acht Jahre nach der Lehman-Pleite halten Europas größte Investment-Banken riskante Wertpapiere, die mehr als die Hälfte ihres gemeinsamen Eigenkapitals ausmachen. Das bereitet Analysten Sorgen.

25.08.2016 - 09:2225.08.16 - 09:24
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Quelle: Bloomberg
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Banken unterteilen ihre Aktiva in drei Kategorien. Unter „Level 1“ fallen jene mit transparenten Preisen wie etwa Aktien. „Level 2“ ist für Aktiva vorgesehen, bei denen externe Daten vorfügbar sind - dazu zählen außerbörsliche Derivate wie Zins-Swaps. „Level 3“ umfasst die illiquidesten Aktiva. Banken bewerten diese, indem sie eigene Modelle verwenden, die auf historischen Daten und Risiko-Annahmen beruhen.

Die Deutsche Bank, Credit Suisse und Barclays hielten laut eigenen Aussagen Ende Juli Level-3-Aktiva im Wert von 102,5 Milliarden US-Dollar (90,9 Milliarden Euro).

Credit Suisse verkauft riskante Wertpapiere

Alle drei Institute haben zuletzt ihre Bemühungen verstärkt, Level-3-Bestände loszuwerden. Credit Suisse beispielsweise verkaufte ein Portfolio an Kreditausfall-Versicherungen bestehend aus rund 54.000 Positionen an Citigroup, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen diesen Monat gegenüber Bloomberg berichteten. Dennoch ist das Niveau an schwer zu bewertenden Wertpapieren hoch.

„Das Ausmaß der Level-3-Aktiva ist wesentlich, wenn es um die Kapital-Niveaus der Banken geht. Sollte es einen erheblichen Irrtum oder eine Fehlberechnung geben, bei der sie mit den Bewertungen falsch liegen, könnte das problematisch sein.”

Simon Chester, Anleihe-Experte bei American Century Investment Management in London