EuroraumWirtschaftsvertrauen trübt im Mai überraschend ein

Das Wirtschaftsvertrauen ist im Mai im Euroraum unerwartet von einem Zehn-Jahres-Hoch zurückgefallen. Es war der erste Rückgang in diesem Jahr, angeführt von schwächeren Daten aus den Sektoren Dienstleistungen und Einzelhandel.

01.06.2017 - 16:45 Uhr01.06.17 16:45
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Hafen in Hamburg: Der Preisauftrieb in Deutschland hat im Mai deutlich abgenommen
Hafen in Hamburg: Der Preisauftrieb in Deutschland hat im Mai deutlich abgenommen© Getty Images

Der Economic Sentiment Indicator Eurozone der EU-Kommission ging von 109,7 im April auf 109,2 Punkte im Mai zurück. Der Index liegt damit aber noch immer in der Nähe des höchsten Stands seit einem Jahrzehnt. In einer Umfrage von Bloomberg war für Mai ein Anstieg auf 110 erwartet worden.

Die Daten werden in die Diskussionen der Europäischen Zentralbank (EZB) in der estnischen Hauptstadt Tallin einfließen. Dort werden die Geldpolitiker den Zustand des 19 Länder umfassenden Euroraums bewerten. EZB-Präsident Mario Draghi drängt auf Geduld beim Aufzeigen eines Wegs zum Ausstieg aus negativen Zinsen und dem Anleihekaufprogramm im Volumen von 2,3 Billionen Euro – auch wenn er kürzlich sagte, der Aufschwung werde zunehmend solider.

Der Umfrage der EU-Kommission zufolge ist die Preiserwartung der Verbraucher mit Sicht auf zwölf Monate den zweiten Monat in Folge gesunken. Das signalisiert, dass die Kerninflation „gedämpft“ bleiben wird und es „unwahrscheinlich ist, dass die EZB in naher Zukunft mit einer Straffung ihres Programms beginnen wird“, so Stephen Brown, Europa-Ökonom bei Capital Economics in London.

Deutschland: Preise sinken auf breiter Front

Der Preisauftrieb in Deutschland hat im Mai tatsächlich deutlich abgenommen. Die EU-harmonisierte Inflationsrate fiel laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) von 2 Prozent im April auf zuletzt 1,4 Prozent zurück.

Seit dem letzten Jahr sind die Inflationsraten über den Kontinent hinweg zwar deutlich gestiegen und liegen – auf Ebene des Euroraums – de facto im Rahmen des EZB-Ziels. Die Notenbanker haben jedoch davor gewarnt, dass der Preisschub weitgehend auf die Energiekosten zurückzuführen war und noch nicht selbsttragend sei.