Eurozone-Konjunkturindikatoren Gutes Klima für mehr Wachstum

Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sind überraschend gut ausgefallen. Das Ifo-Wirtschaftsklima für den Euroraum hat sogar den höchsten Wert seit Herbst 2000 erreicht.

03.08.2017 - 13:5403.08.17 - 14:20
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Urlauber in Lissabon: Die instabile Lage in der Türkei und den nordafrikanischen Ländern lässt den Tourismussektor in Portugal boomen
Urlauber in Lissabon: Die instabile Lage in der Türkei und den nordafrikanischen Ländern lässt den Tourismussektor in Portugal boomen© Getty Images

Zwischen Lissabon und Ljubljana klingeln die Kassen öfter: Im Juni sind die Einzelhandelsumsätze im Euroraum höher als erwartet ausgefallen. Händler freuten sich gegenüber dem Vormonat um 0,5 (Vormonat: 0,4) Prozent höhere Umsätze, berichtet das europäische Statistikamt Eurostat. Volkswirte hatten zuvor unveränderte Umsätze erwartet. Auch zum Vorjahr sind die Umsätze im Juni gestiegen: Sie kletterten um 3,1 Prozent.

Welche Produkte waren im Frühsommer besonders gefragt? Eurostat zufolge erhöhten sich die Umsätze mit Motorkraftstoffen gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent. Auch Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren erfreuten sich einer um 0,7 Prozent höheren Nachfrage.

Portugal und Slowenien profitieren besonders stark

Die stärksten Umsatzanstiege im Juni verbuchten Portugal (plus 2,4 Prozent) und Slowenien (plus 1,7 Prozent). Markante Rückgänge wurden hingegen aus den baltischen Ländern Litauen (minus 1,7 Prozent) und Lettland (minus 0,8 Prozent) gemeldet.

Ifo-Wirtschaftsklima erneut deutlich aufgehellt

Der guten Stimmungslage im Einzelhandel entspricht auch das Ifo-Wirtschaftsklima im Euroraum: Im dritten Quartal hat sich der vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Index erneut deutlich verbessert. Er stieg auf 35,2 (Vorquartal: 26,4) Punkte – höchster Wert seit Herbst 2000.

Genau wie es die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone zeigen, schätzen die befragten Experten insbesondere die aktuelle Wirtschaftslage besser als im Vorquartal ein. Und sie sehen offenbar noch Potenzial: Auch der Ausblick für die kommenden sechs Monate verbesserte sich weiter. Das kräftige Wachstum in der Eurozone dürfte daher auch im zweiten Halbjahr 2017 anhalten.