Experten warnen: Hohe Fondszuflüsse torpedieren Anlagestrategie Die Kehrseite des Erfolgs

Erfolgreiche Multi-Asset-Fonds sind beliebt – das ist nicht neu. In den letzten Jahren ist das Vermögen einiger Flaggschiffe jedoch so stark gewachsen, dass Manager ihre Anlagestrategien möglicherweise nicht mehr wie gewollt umsetzen können. Eine Morningstar-Analystin skizziert, was das für Anleger bedeutet.

01.09.2016 - 16:3501.09.16 - 17:36
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Fonds wie der Carmignac Patrimoine, der FvS Multiple Opportunities oder Etheneas Ethna Akiv gelten in der Multi-Asset-Branche als das Nonplusultra. Sie bescherten Anlegern in den letzten drei Jahren im Schnitt ein Plus zwischen 6-10 Prozent – und zogen Anlegergelder an.

Das verwaltete Vermögen des Ethna-Aktiv beläuft sich inzwischen auf 12,6 Milliarden Euro. Die Fondsmanager des Carmignac Patrimoine verbuchen 28,6 Milliarden Euro auf ihren Konten, beim Multiple Opportunities sind es 7,6 Milliarden Euro.

Doch welche Folgen haben die hohen Mittelzuflüsse für Märkte und Anleger? Nicht wenige Analysten gehen davon aus, dass Flaggschiff-Manager mit ihrem voluminösen Wertpapierhandel Kurse stark beeinflussen und sogar Krisen heraufbeschwören können.

Auf Anlegerebene lässt sich die Frage nicht pauschal beantworten. „Bei kleinen Fonds sind steigende Volumina zunächst einmal gut für Anleger, da anfallende Fixkosten für die Verwaltung bei einem größeren Volumen auf mehr Schultern verteilt werden“, schreibt Barbara Claus, Fondsanalystin bei der Rating-Agentur Morningstar, in einer aktuellen Analyse.

Auf Kosten der Anleger

Die meisten Kosten auf Fondsebene würden jedoch prozentual auf das Fondsvolumen berechnet. Das sei aus Anlegersicht bedauerlich, da kaum eine Fondsgesellschaft in Deutschland Anleger an den Größenvorteilen ihrer Fonds teilhaben lässt und die Gebühren mit steigendem Volumen senkt. „Hohe verwaltete Volumina füllen die Kassen der Fondsgesellschaften, die deshalb zunächst einmal kein Interesse daran haben, Mittelzuflüsse zu begrenzen“, so Claus.

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