EZB-Entscheid Quantitative Lockerung verlängert

„Die Währungshüter werde das Nötige tun, um die Inflationsrate so schnell wie möglich anzuheben“, so Mario Draghi Ende November. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nun am Donnerstag eine Reihe von Maßnahmen gegen eine zu niedrige Inflation bekannt gegeben.

07.12.2015 - 17:2208.12.15 - 15:58
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Die EZB in Frankfurt wird die quantitative Lockerung (QE) um sechs Monate verlängern, bis mindestens März 2017. Beim gegenwärtigen Monatsvolumen von 60 Milliarden Euro werde die Bandbreite der Aktiva um Kommunal- und Regionalanleihen vergrößert, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag. Zuvor hatte der EZB-Rat den Einlagensatz um zehn Basispunkte auf minus 0,3 Prozent gesenkt.

Anleger reagierten skeptisch auf den Umfang des Pakets und schoben den Euro bis zu 2,6 Prozent nach oben sowie Aktien und Staatsanleihen nach unten. Draghi sagte, die EZB sei „bereit und in der Lage", weitere Maßnahmen zu ergreifen, sollte dies nötig sein. QE würde nun mindestens 1,5 Billionen Euro umfassen, verglichen mit ursprünglich 1,1 Billionen Euro.

Die heutigen Entscheidungen wurden getroffen, um eine Rückkehr der Inflationsraten von unter, aber nahe 2 Prozent zu sichern und damit die Verankerung der mittelfristigen Inflationserwartungen.

Mario Draghi, EZB-Präsident

Zuvor hatte die Notenbank den Einlagensatz um 10 Basispunkte auf minus 0,3 Prozent gesenkt. „Wir machen mehr, weil es funktioniert."

Inflationsrate verharrt bei 0,1 Prozent

Die Erholung in den 19 Euroraum-Ländern ist bislang nicht dynamisch genug, um die Inflationsrate wieder in Richtung der EZB-Definition von Preisstabilität zu bringen. Letztere bedeutet jährliche Steigerungsraten von unter, aber nahe 2 Prozent.