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Patrick Schotanus, Investment Strategist bei Kames Capital

ANZEIGE Fakten zum Helikoptergeld „Fiatgeld hat auch zerstörerische Kräfte“

Milton Friedmans Gedankenexperiment vom Helikoptergeld hat viele Ökonomen und Politiker rund um den Globus inspiriert. Warum die neueren Varianten dieser Idee heute wieder heiß diskutiert werden und welche Voraussetzungen für eine wirksame Umsetzung gegeben sein müssen, erläutert dieser Beitrag.

19.07.2016 - 16:41 Uhr | Von:  in Kames Capital

„Lasst uns annehmen, dass eines Tages ein Hubschrauber über diese Gemeinde fliegt und zusätzliche 1000 Dollar in Form von Geldscheinen abwirft, die natürlich von den Bewohnern hastig eingesammelt werden. Setzen wir weiter voraus, dass jeder überzeugt ist, dass dies ein einmaliges Ereignis sei, das niemals wiederholt wird.“

Milton Friedman, The Optimum Quantity of Money, 1969

Als Milton Friedman seine Theorie vorstellte, hatte er damit eine Optimierung der Geldpolitik und das Ankurbeln des Wirtschaftswachstums über eine höhere Nachfrage im Sinn. Tatsächlich schlug er zwei Konzepte vor: ein konjunkturdämpfendes, deflationäres, bekannt als die Friedman-Regel, und ein inflationäres, das Helikoptergeld. Mit Letzterem befasse ich mich in diesem Beitrag.

Drei Arten von Helikoptergeld

In letzter Zeit werden vor allem folgende drei Arten von Helikoptergeld diskutiert:

1.    Der Bernanke-Helikopter: Diese Variante brachte der ehemalige Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, ins Spiel. Sie sieht den Transfer von Geld an private Haushalte und Unternehmen in Form von Steuersenkungen und -nachlässen verbunden mit zusätzlichen Käufen von Staatsanleihen vor. De facto handelt es sich hierbei um mit der Notenpresse finanzierte Steuersenkungen. Bernanke hat dieses Thema in seinem Blog jüngst wieder aufgegriffen und gefolgert, dass eine solche Maßnahme unter „bestimmten extremen Bedingungen“ möglicherweise die „beste verfügbare Alternative“ ist.

2.    Der Woodford-Helikopter: Im Mittelpunkt des von Michael Woodford, dem führenden Ökonomen auf dem Gebiet der Geldwirtschaft, zur Diskussion gestellten Konzepts steht ein flexibles Inflationsziel. Dabei richtet die Zentralbank ihre künftige Geldpolitik dauerhaft an einem höheren nominalen Ziel (wie beispielsweise der Entwicklung des nominalen Bruttoinlandsproduktes) aus. Ihr Inflationsziel versucht sie hernach mit verschiedenen Instrumenten wie der permanenten Ausweitung der monetären Basis mittels fiskalischer Transferleistungen zu erreichen.