Fed-Präsidentin In wenigen Worten: Darf ich?

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Eine Zinswende der Federal Reserve wird schon lange erwartet und ersehnt. Zum Jahresende soll es dann soweit sein. Wie es um die US- und Weltwirtschaft steht und was Yellen und ihre Kollegen beachten sollten, erläutert Kames Capital in einem Kommentar.

08.09.2016 - 10:0408.09.16 - 11:23
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In der letzten Woche erklärte Janet Yellen dem Markt – auf dessen positives Echo ist sie wohl angewiesen, bevor sie handelt – dass ihr eine baldige Zinserhöhung unbedenklich erscheine. Sie begründete ihre Ansicht mit schlagkräftigen Argumenten, nämlich den starken Arbeitsmarktdaten und Verbraucherausgaben in den USA. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Fed-Präsidentin (und der Offenmarktausschuss) keine Veränderungen ihrer Zinspolitik vornehmen können beziehungsweise wollen, wenn sie nicht aller Voraussicht nach mit der Zustimmung der Aktienmärkte rechnen können.

Wir alle, Yellen eingeschlossen, würden höhere Zinsen begrüßen. Und sei es, damit sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder gesenkt werden können, um entstehenden Problemen entgegenzuwirken.

Die Hintergründe

Interessant sind die Hintergründe für Yellens Überlegungen. Die regionale Notenbank von Atlanta hat unlängst ihren neusten Nowcast veröffentlicht. Dieser Schätzung zufolge bewegt sich das annualisierte US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2016 auf einem hohen Niveau von 3,4 Prozent. Sollte dem so sein, dürfte eine Anhebung der US-Zinsen kaum von Bedeutung sein.

Yellen führt als Gründe für diese konjunkturelle Dynamik das gestiegene Verbrauchervertrauen und Bestandsaufstockungen an; die Außenwirtschaft – also die übrige Welt – stellt für das produzierende Gewerbe in den USA nach wie vor eine Belastung dar. Interessanterweise lagen die jüngsten Daten lediglich geringfügig über den Erwartungen – möglicherweise haben Ökonomen die Lage in den USA deutlich positiver eingestuft. Diese Ansicht teile ich jedoch nicht.