Finanzmarkt-RegelnNeun Dinge, die Anleger über MiFID II wissen sollten

MiFID II, was ist das eigentlich? Und was bedeutet es für Anleger? Wir haben Antworten parat.

21.02.2017 - 14:51 Uhr21.02.17 14:51
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Europäische Demonstranten vor dem britischen Parlament in London: Die Finanzmärkte des alten Kontinents bekommen mit MiFID II neue Regeln
Europäische Demonstranten vor dem britischen Parlament in London: Die Finanzmärkte des alten Kontinents bekommen mit MiFID II neue Regeln© Getty Images

MiFID II, die von der Europäischen Union angestrebte einheitliche Richtlinie zu Finanzmarkt-Aktivitäten und -Dienstleistungen, soll am 3. Januar 2018 in Kraft treten. Für die Vorbereitungen bleibt also weniger als ein Jahr. Die Vorschriften lösen die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, kurz MiFID, ab. Die neue Version kombiniert das Umsetzungselement der G20-Handelsvereinbarung (der Vereinbarung der G20-Staaten, den Derivatehandel auf elektronische Plattformen zu verlagern) mit stark erhöhten Anforderungen für die Marktintegrität und den Anlegerschutz.

Was müssen Anleger darüber wissen? Möglichst viel, versteht sich.

1. MiFID II betrifft alle Wertpapiere

Es gibt keine Grenzen, zumindest für Wertpapiere. Wenn ein Finanzinstrument an einem EU-Handelsplatz gehandelt wird, sind seine Transaktionen innerhalb der EU durch MiFID II geregelt. Das gilt selbst für US-Staatsanleihen, wenn sie an einem Handelsplatz notiert sind.

2. Handelsplätze: Ein multilaterales System

Was genau ist mit Handelsplatz gemeint? Ganz einfach: es geht um ein multilaterales System, an dem Käufer und Verkäufer dritter Parteien handeln können. Das umfasst regulierte Märkte (RMs oder für die meisten von uns Börsen), multilaterale Handelsfazilitäten (MTFs oder nichtbörsliche, nicht-diskretionäre, Vorschriften-basierte Ausführungsplattformen) und organisierte Handelsfazilitäten (OTFs oder diskretionäre Fazilitäten).

3. Feste Preise für liquide Wertpapieren werden veröffentlicht

Machen Sie sich vertraut mit „Transparenz vor der Transaktion“. Feste Preise in liquiden Wertpapieren müssen vor der Ausführung veröffentlicht werden, wenn ein Handelsvolumen unter einem gewissen Niveau liegt. Kein anderes Gesetz hat dies in einem derartigen Umfang bisher versucht.

4. Liquide Wertpapiere: Oft handelbar, weit verstreut

Aber was ist liquide? Bei Anleihen beispielsweise ist ein Bond liquide, der mindestens 15-mal am Tag mit einem Volumen von mindestens 100.000 Euro pro Transaktion an mindestens 80 Prozent der Handelstage gehandelt wird.

5. Alle Transfers werden veröffentlicht

Transparenz nach dem Handelsgeschäft. Jede Handelstransaktion mit Ausnahme der Fremdwährungsportfolios des Europäischen Systems der Zentralbanken wird veröffentlicht.