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Emmanuel Macron bei einem Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May: Paris könnte London als neues Finanzzentrum in Europa ablösen

ANZEIGE Run auf französischen Finanzmarkt Macron macht Paris très chic

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron entwickelt sich zum Liebling der Finanzmärkte. Welchen Einfluss wird er auf den Brexit und die Wirtschaft haben?

19.07.2017 - 15:10 Uhr | Von:  in Kames Capital

Zwei Monate sind vergangen seit Emmanuel Macron gewählt wurde. Die politische Agenda des neuen französischen Präsidenten könnte die Brexit-Verhandlungen für Großbritannien in dreifacher Hinsicht komplizierter machen.

Erstens ist sein Wahlsieg ein klares Statement gegen den Populismus und widerlegt das Argument der Brexit-Befürworter, in ganz Europa seien populistische Strömungen auf dem Vormarsch.

Zweitens ist Macron ein überzeugter Europäer, der die vier Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarktes, namentlich die Warenverkehrs-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrsfreiheit sowie die Personenfreizügigkeit für untrennbar hält. Vor diesem Hintergrund erscheint ein sanfter Brexit wenig wahrscheinlich.

Run auf Paris

Drittens wird sich Macron als ehemaliger Banker voraussichtlich dafür einsetzen, dass Paris nach dem Brexit zum neuen europäischen Finanzzentrum avanciert.

Macrons Hauptrisiko besteht darin, dass er seine Wahlversprechen nicht erfüllt. Die Enttäuschung wäre in dem Fall groß. Populistische Parteien wie die rechtsextreme Front National von Marine Le Pen könnten einen Popularitätsschub erhalten.

Zudem könnte die Verunsicherung unter Investoren wieder zunehmen, nachdem sie den Wahlsieg Macrons zunächst begrüßt hatten. Die Freude über den Wahlausgang zeigt sich deutlich im Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Anleihen: Die Differenz hat sich in den letzten beiden Monaten halbiert.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Wertunterschiede zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen im Zeitraum zwischen März und Juni 2017:

Quelle: Bloomberg, Juni 2017.