FinTechs und Immobilienfinanzierung Größe und Reputation weiterhin relevant

FinTechs dürften Mühe haben, Banken das Kreditgeschäft bei der Immobilienfinanzierung streitig zu machen, zeigt ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW): Um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern, sollten Banken mit FinTechs jedoch kooperieren.

20.11.2017 - 16:2220.11.17 - 15:00
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Fertigstellung eines Neubaus: FinTechs können dabei helfen, Prozesse in der Immobilienfinanzierung zu verbessern
Fertigstellung eines Neubaus: FinTechs können dabei helfen, Prozesse in der Immobilienfinanzierung zu verbessern© Getty Images

Die Immobilienfinanzierung in Deutschland ist ein Billionen-Markt, die ausgereichten Wohnimmobilienkredite sind rund 1.200 Milliarden Euro wert.  Als Folge der Digitalisierung ist dieser Markt in Bewegung: Die Zeit zwischen Antrag und Kreditzusage wird kürzer, das Angebot vielfältiger. Die Kunden können flexibler agieren, der Markt wird dadurch schneller.

FinTechs haben zwar das Potenzial zur Immobilienfinanzierung, „die neuen Angebote wirken aber nicht disruptiv. Sie werden die klassischen Anbieter nicht vollständig verdrängen“, prognostiziert IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer auf der Grundlage eines Gutachtens. Erstellt wurde es im Auftrag von TXS, Spezialist für IT-Lösungen und Beratung bei der Refinanzierung von Finanzdienstleistern. Für die Ergebnisse befragten die IW-Wissenschaftler Experten von Banken, Verbänden und FinTechs.

Eintrittshürden für FinTechs in den Markt der Immobilienfinanzierung seien die noch fehlende Reputation bei den Kunden, die erst langsam aufgebaut werden kann, fassen die Studienautoren Barbara Engels und Michael Voigtländer zusammen. Zudem könnten die etablierten Anbieter im personalintensiven Immobilienkreditgeschäft aktuell noch ihre Größenvorteile ausspielen.

Doch die Banken müssten sich der rasanten Entwicklung kontinuierlich anpassen und schlankere, flexiblere Strukturen aufbauen, um auch zukünftig mithalten zu können. „Sie sollten außerdem verstärkt mit FinTechs kooperieren und sie als externe Denkfabriken nutzen“, rät IW-Wissenschaftlerin Barbara Engels. Nur so können die etablierten Finanzhäuser sichergehen, die Digitalisierung nicht zu verpassen, sondern sie aktiv mitzugestalten.

Bedeutung der Digitalisierung für Finanzierer