Sportmedizin-Aktien Fitness für das Portfolio

Sportgroßereignisse sollten nicht nur in den Terminkalendern der Fans, sondern auch in denen der Anleger einen festen Platz haben. Gerade im Bereich Sportmedizin bieten viele Neuheiten interessante Anlagechancen. Welche drei Branchen Investoren jetzt beobachten sollten, erklärt Kai Brüning, Portfoliomanager bei Apo Asset Management.

19.08.2021, aktualisiert 24.08.2021 - 09:0124.08.21 - 09:01
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Jogger an einer Uferpromenade des Gardasees in Italien
Jogger an einer Uferpromenade des Gardasees in Italien: Bewegung hält nicht nur den Körper fit, sondern eignet sich auch als Investment© IMAGO / blickwinkel

Sportgroßereignisse wie die Olympischen Spiele und die anstehenden Paralympics bieten Investoren die Chance, die neuesten Trends im Bereich Sportmedizin zu beobachten und ganz nebenbei vielversprechende Anlagemöglichkeiten zu entdecken.

1. Karbon-Technologie im Behindertensport

Am Beispiel der Paralympics zeigt sich eindrucksvoll, was Medizintechnik im Sport leisten kann. Der deutsche Leichtathlet Markus Rehm verbesserte erst jüngst den Weitsprung-Weltrekord – auch dank seiner besonderen Unterschenkel-Prothese aus Karbon. Das isländische Unternehmen Össur hat sich auf entsprechende High-Tech-Hilfen spezialisiert. Im Alltag wäre diese Sprint-Prothese zwar kaum brauchbar, da man sich in einem speziellen Winkel darauf bewegen muss. Doch die neue Karbon-Technologie macht auch alltagstaugliche Prothesen angenehmer. Sie verringert die Notwendigkeit, den Körper aktiv nach vorne zu drücken, und hilft, die Schrittlänge auszugleichen. „Damit sind Medizintechnik-Entwicklungen aus dem Sport auch für Anleger interessant, weil sie sich in einem größeren Markt einsetzen lassen“, erklärt Kai Brüning, Portfoliomanager bei Apo Asset Management

2. Wearables im Spitzen- und Breitensport

„Die Digitalisierung erweitert ebenfalls das Feld der Sportmedizin“, führt Brüning aus. Belastungs-EKGs erhalten beispielsweise eine viel höhere Aussagekraft, wenn man sie vergleicht – sei es mit eigenen früheren Daten oder mit Daten ähnlicher Menschen. Auch das Trainings- und Wettkampf-Monitoring kann optimiert werden. Wearables, also am Körper getragene Instrumente zur Messung von Vitaldaten, können auch bei der Prävention helfen. Doch wer profitiert davon am stärksten: Hardware- oder Softwareanbieter? „Ein reiner Schrittzähler ist eher ein Konsumgut, bei dem es auf Volumenmaximierung ankommt“, erklärt Brüning. „Interessanter ist meist die Software beziehungsweise der Algorithmus, um klinisch validierte Daten zu gewinnen und medizinisch zu nutzen.“ Der wissenschaftliche Nachweis spielt dabei eine zentrale Rolle.

Ein Beispiel: Apple, deren Smartwatch auch als Medizinprodukt zugelassen ist. Ihr EKG-Sensor und die entsprechende Software kann Herzrhythmus-Störungen erkennen. Derzeit laufen auch Studien zur Messung des Sauerstoff-Gehalts im Blut, was bei Asthma helfen könnte. „Ein weiterer Vorreiter ist die Google-Mutter Alphabet“, ergänzt der Portfoliomanager. „Sie führt mit ihrem Tochterunternehmen Verily Life Sciences umfangreiche medizinische Studien durch und hat kürzlich Fitbit übernommen, das auf Smartwatches und Aktivitätstracker spezialisiert ist.“

3. Orthopädie: Sport mit neuen Gelenken

Ein klassischer Bereich der Sportmedizin ist die Orthopädie. Viele haben in der Pandemie das Laufen für sich entdeckt. Bei manchen verschleißen allerdings die Gelenke, weil sie technisch falsch laufen oder übertreiben. Selbst ehemalige Sport-Profis leiden oft an den Spuren der Überbelastung, wie Tennislegende Boris Becker, dem ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden musste.

„Für solche Fälle sind Unternehmen wie Zimmer Biomet oder Stryker, beide aus den USA, prädestiniert“, sagt Brüning. Zu ihrem Kerngeschäft gehören orthopädische Implantate für Knie, Ellbogen, Schultern oder die Wirbelsäule. „Der demografische Wandel und das Bedürfnis, bis ins hohe Alter Sport zu treiben, trägt hier zu einem langfristig stabilen Wachstum bei“, erklärt Brüning.

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