Flossbach von Storch zur Geldpolitik Überraschungspotenzial im Sommerloch

Wachsende Handels- und geopolitische Spannungen und sinkende Inflationserwartungen lassen Marktteilnehmer eine Rückkehr zur monetären Lockerung erwarten. Die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen von EZB und Fed haben das Potenzial, den Markt zu überraschen.

24.07.2019, aktualisiert 03.07.2020 - 10:4503.07.20 - 10:45
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Jerome Powell bei einer Rede in der Banque de France, Paris
Jerome Powell bei einer Rede in der Banque de France, Paris: Nach einem kurzen Versuch, die Geldpolitik zu normalisieren, wird diese wieder gelockert© Getty Images

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum und in den USA verlangsamt sich seit mehreren Quartalen. Insbesondere die wirtschaftliche Lage des verarbeitenden Gewerbes hat sich sichtbar verschlechtert, wobei auch der Dienstleistungssektor an Wachstumsdynamik verloren hat. Es gibt keinen einzigen Grund für diese Abschwächung, aber einer der wichtigsten Faktoren ist zweifellos die anhaltende Spannung in handels- und geopolitischen Fragen.

Auch die Inflationserwartungen in den USA und im Euroraum haben sich nach dem Höchststand Mitte 2018 deutlich abgeschwächt. Da die Inflationserwartungen ein wichtiger Leistungsindikator für die EZB und die Fed sind, um die Wirksamkeit ihrer Geldpolitik zu beurteilen, erwarten die Marktteilnehmer nun weitgehend, dass beide Zentralbanken ihre politische Haltung in Richtung Entspannung verlagern.

Wie viel Überraschung könnte es geben?