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Oliver Everling ist Geschäftsführer der Rating Evidence und Gründer und Geschäftsinhaber der Everling Advisory Services in Frankfurt

Fonds-Ratings Anlageentscheidungen nicht allein an Gütesiegeln festmachen

Fonds-Ratings schlagen Schneisen durch den Produktdschungel. Doch die Beurteilungen der Fonds haben Stärken und Schwächen. Was gilt es zu beachten?

05.01.2017 - 15:39 Uhr | Von:  in Basiswissen

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das gilt auch für Anleger, die in Fonds investieren wollen. Tausende von völlig unterschiedlichen Produkten sind hierzulande zugelassen. Und ständig kommen neue hinzu. Die enorme Vielfalt des Fondsangebots macht es Beratern und Anlegern schwer, das passende Finanzprodukt auszuwählen.

Orientierung im Produktdschungel versprechen Fonds­Ratings. Die Analysen verschiedener Anbieter sollen Anleger bei der Produktauswahl unterstützen. Dabei werden einzelne Fonds anhand von bestimmten Kriterien überprüft und in ein Bewertungsschema eingeordnet.

 

So sollen Anleger ohne Schwierigkeiten erkennen können, welcher Qualitätsstufe der untersuchte Fonds nach Auffassung der jeweiligen Agentur zuzuordnen ist. Zu den führenden Anbietern hierzulande zählen Lipper, Morningstar und FERI EuroRating.

 

Zunächst ist es wichtig, zwischen den Begriffen Rating und Ranking zu unterscheiden. Zwar versuchen sowohl Ratings als auch Rankings, Fonds anhand von vorher festgelegten Kriterien zu beurteilen. Doch ist ein Ranking nicht das Ergebnis, sondern nur das Verfahren zur Erstellung einer Rangliste. Es basiert auf quantitativen historischen Daten. Eine Prognoseabsicht besteht nicht.

Ranking vs. Rating

Es soll dabei aufgezeigt werden, wie gut oder schlecht die Leistung des Fonds innerhalb einer Gruppe vergleichbarer Fonds in der Vergangenheit war. Ist die Beurteilung für einen Fonds dagegen mit einer Wahrscheinlichkeitsaussage verbunden, etwa über die künftige Wertentwicklung, handelt es sich um ein Rating. Allerdings werden die Begriffe im Markt nicht trennscharf voneinander verwendet. „Ich bin ein Anhänger der Fonds­Rating­Idee. Sie sind im Grunde so simpel, dass sie jeder gut verstehen kann“, sagt Oliver Everling, Geschäftsführer der Rating Evidence GmbH und ausgewiesener Rating­Fachmann. „Mit Ratings können sich Anleger im riesigen Fondsuniversum einen ersten Überblick verschaffen.“ Die Analysen stoßen aber auch an ihre Grenzen, oder wie es der Experte mit Augenzwinkern formuliert: „Ratings sind objektiv subjektiv.“