FondsperlenDie Dickschiffe und ihre Alternativen

Stetige Geldzuflüsse haben ausgewählte Mischfonds zu Milliarden-Vehikeln anschwellen lassen. Der Erfolg gibt diesen Top-Fonds Recht. Doch es gibt auch kleinere Alternativen, die mit den Großen prächtig mithalten können.

03.11.2015 - 17:22 Uhr03.11.15 17:22
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Das Geschäft mit Multi Asset Fonds wird von einigen wenigen Fonds dominiert, die seit Jahren kontinuierlich Geld einsammeln und zu milliardenschweren Platzhirschen angeschwollen sind. Der Branchendienstleister MMD stellt fest, dass drei Viertel des in Mischfonds angelegten Geldes auf die 30 größten Produkte fallen.

Der Flossbach von Storch Multiple Opportunities, der in Deutschland seit Jahren in den Topseller-Listen zu Hause ist, hat beispielsweise auch 2015 schon wieder mehr als eine Milliarde Euro eingesammelt. Und der Carmignac Patrimoine bringt inzwischen 28 Milliarden Euro auf die Waage. Das große Fondsvolumen betrachtet Fondsmanager Jean Médecin gelassen: „Er ist von vornherein als Fonds konzipiert, der mit großem Volumen arbeiten kann.“

Michael Schoenhaut, Manager des JP Morgan Global Income, sieht in den Geldzuflüssen sogar Vorteile. Wenn er im Portfolio umbaut, muss er für neue Positionen nicht zwangsläufig bestehende Positionen verkaufen. „Aber wir beobachten die Zuflüsse natürlich sehr wachsam, da sicherzustellen ist, dass unsere Flexibilität und damit unser Investmentprozess nicht eingeschränkt wird“, so der Fondsmanager.

Nebenwerte aus Topseller-Fonds verdrängt

Kritisch sind dagegen die Analysten von Morningstar. Sie weisen darauf hin, dass der Flossbach-Fonds und der Ethna-Aktiv von Ethenea früher gute Gewinne aus Nebenwerten herausholten. Was nun nicht mehr möglich sei.

Von Stockpicking ist in der Strategie des Ethna-Aktiv in der Tat nichts mehr zu sehen. „Wir verfolgen einen makroökonomischen Top-down-Ansatz, der uns viele Möglichkeiten eröffnet, und sind daher von der Größe, die unsere Effizienz beeinflussen könnte, noch weit entfernt“, beruhigt Fondsmanager und Firmenmitgründer Luca Pesarini. Zugleich bestätigt er aber, dass er tatsächlich nur „in entsprechend großkapitalisierte Aktienpositionen oder Anleihen mit einer gewissen Größe“ investieren könne.