Fusion Standard Life kauft Aberdeen Asset Management

Standard Life, Schottlands größter Versicherer, hat sich Aberdeen Asset Management einverleibt. Aus der Transaktion geht einer der größten Fondsmanager Europas hervor.

06.03.2017 - 13:3606.03.17 - 13:46
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Keith Skeoch, Vorstandschef von Standard Life
Keith Skeoch, Vorstandschef von Standard Life

Der schottische Versicherer Standard Life hat für rund 3,8 Milliarden britische Pfund (4,4 Milliarden Euro) den ebenfalls schottischen Vermögensverwalter Aberdeen Asset Management gekauft. Der Aktienkurs von Standard Life stieg nach Bekanntgabe des Kaufs am 6. März 2017 um 9,6 Prozent. Für Aberdeen ging es in der Spitze um 8,2 Prozent nach oben.

Die Aktionäre von Standard Life werden 66,7 Prozent an dem kombinierten Unternehmen halten, wie aus einer gemeinsamen Erklärung hervorgeht. Die Investoren von Aberdeen werden 0,757 neue Stammaktien von Standard Life je eine Aberdeen-Aktie erhalten. Das bewerteten Mitarbeiter von Aberdeen im Einklang mit dem Marktwert am 3. März, dem letzten Handelstag vor der Mitteilung.

Aus dem Zusammenschluss geht ein Asset Manager mit einem Anlagevolumen von 660 Milliarden britischen Pfund (764 Milliarden Euro) hervor. Die Transaktion ist der jüngste Schritt, mit dem die sogenannten aktiven Fondsmanager darauf reagieren, dass sich immer mehr Anleger den kostengünstigen passiven Investmentfonds zuwenden. Aberdeen hat insbesondere belastet, dass Anleger Investments in Schwellenländermärkten zurückhaltender gegenüberstehen. Die Gesellschaft verzeichnete in den vergangenen drei Jahren Abflüsse. Das veranlasste Vorstandschef Martin Gilbert, die Kosten zu senken und die Gehälter einzufrieren, um die Profitabilität zu schützen.

Synergieeffekte als Ziel

Der Zusammenschluss soll für beide Gesellschaften, die sich ausdrücklich zum aktiven Investmentmanagement bekennen, durch Synergieeffekte zu einer deutlichen Ergebnissteigerung führen.

Keith Skeoch, Vorstandschef von Standard Life, und Gilbert werden Co-Chefs der kombinierten Gesellschaft. Gerry Grimstone, Chairman von Standard Life, wird Vorsitzender des Verwaltungsrats der neuen Gesellschaft und Simon Troughton, Chairman von Aberdeen, wird sein Stellvertreter.

Standard Life hat seinen Hauptsitz im schottischen Edinburgh und beschäftigt rund 8.335 Mitarbeiter, Aberdeen mehr als 2.800.

Der größte Aktionär von Aberdeen, Mitsubishi UFJ Financial Group mit 17 Prozent, unterstützt den Zusammenschluss, ebenso wie Lloyds Banking Group, der drittgrößte Anteilseigner.