Gefahren für Anleger „Finanzmärkte werden immer öfter von der Politik getrieben“

Brexit, Wahlen in den USA und Spanien und politische Verwerfungen in Brasilien: Die Finanzmärkte werden im Moment regelrecht durchgerüttelt. Chris Iggo, Anleihen-Kenner beim Vermögensverwalter AXA Investment Managers, und Edwin Gutierrez, Schwellenland-Experte bei Aberdeen, erklären, welche politischen Entwicklungen im Moment besonders großen Einfluss ausüben.

09.05.2016 - 17:1509.05.16 - 17:56
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Politische Ereignisse sind oft die Motoren der Finanzmärkte. Aktuell stehen die Wahlen in Spanien und den USA, das Referendum in Großbritannien über den Austritt aus der Europäischen Union (EU) und die politischen Verwerfungen in Brasilien rund um die umstrittene Präsidentin Dilma Rousseff auf dem Programm.

Vom Brexit erwarten die meisten Finanzanalysten nichts Gutes. Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, sieht in den anstehenden politischen Entscheidungen potenzielle Markttreiber. „Tritt Großbritannien aus der EU aus, gibt es keinen Grund, warum die Märkte nicht schlecht darauf reagieren sollten. Denn niemand kann die tatsächlichen Auswirkungen auf den Handel, die Geschäftsbeziehungen, auf internationale regulatorische Anforderungen oder auf soziale und kulturelle Engagements, die Großbritannien mit Europa verbinden, voraussehen.“

Tritt Großbritannien aus der EU aus, leidet die ganze Welt

Zahlreiche Investoren fragten sich inzwischen, wie sie das Risiko eines Austritts absichern können. „Ein Exit wird sicher globale Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben“, sagt Iggo. Sogar Offizielle der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) seien der Meinung, dass ein solches Ereignis in die Überlegungen über einen weiteren Zinsschritt bei der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am 15. Juni einfließen werde. „Die Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Handelsabkommen, Investments und der Regulierung könnte sowohl Großbritannien als auch seine Handelspartner schädigen“, warnt Iggo.