Notenbank-BilanzenEZB übertrifft Federal Reserve

Die Bilanz der Europäischen Zentralbank hat sich in den vergangenen Jahren stark ausgedehnt. Kein Wunder: Die Notenbank kauft ununterbrochen Junk-Bonds – und übertrifft damit sogar die Amerikaner.

23.05.2017 - 17:33 Uhr23.05.17 17:33
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EZB-Präsident Mario Draghi will sein Anleihen-Kaufprogramm zurückfahren und Unternehmen Schritt für Schritt wieder sich selbst überlassen
EZB-Präsident Mario Draghi will sein Anleihen-Kaufprogramm zurückfahren und Unternehmen Schritt für Schritt wieder sich selbst überlassen© Getty Images

Die anhaltenden Aktiva-Käufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) zusammen mit dem starken Euro nach den französischen Präsidentschaftswahlen haben das Volumen der EZB-Bilanz über das der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) getrieben. Per 12. Mai belief sich die Bilanz der EZB auf 4,6 Billionen US-Dollar (4,0 Billionen Euro), etwa 87 Milliarden US-Dollar (77 Milliarden Euro) mehr als die der Fed.

Laut ihrem aktuellen Programm wird die EZB ihre Bilanz im restlichen Jahresverlauf um weitere 455 Milliarden Euro ausweiten. Analysten gehen davon aus, dass die Anleihenkäufe in Europa auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Das Volumen werde sich jedoch verkleinern da die Wirtschaft wieder wächst.

Wachstum in Europa stimmt Notenbanker gelassen

Die EZB wird mit dem Euroraum-Wachstumsausblick voraussichtlich zufrieden genug sein, um im kommenden September eine Tapering-Ankündigung zu machen. In diesem Szenario wird der Rat seine Aktiva-Käufe voraussichtlich ab Januar 2018 von 60 Milliarden auf 50 Milliarden Euro monatlich drosseln.

Die Notenbanker der Fed sind wie die Europäer zuversichtlich was die Entwicklung der Wirtschaft angeht. Sie planen ihr quantitatives Lockerungsprogramm bereits Ende 2017 zurückzufahren. Genaue Zahlen sind noch nicht bekannt.