Schroders Global Investor Study 2021 Gestiegene Sparlust, hohe Renditeerwartungen

In der Corona-Pandemie haben viele Menschen mehr zurücklegt als geplant und die Sparquote könnte weiter steigen. Das gilt insbesondere für eine bestimmte Altersgruppe. Von ihren Investments erhoffen sich Anleger hohe Erträge.

08.10.2021 - 15:1508.10.21 - 15:18
|
|
|
Der Optimismus ist groß
Der Optimismus ist groß: Deutsche Anleger rechnen mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 8 Prozent in den kommenden fünf Jahren© IMAGO / Westend61

Jeder zweite Anleger (46 Prozent) möchte mehr sparen. Das gilt vor allem für die 18- bis 37-Jährigen: Bei ihnen sind es 70 Prozent. Das geht aus der Schroders Global Investor Study 2021 hervor. Für diese wurden 23.000 Personen an 32 Standorten weltweit befragt, 1.000 davon aus Deutschland.

Insgesamt gaben 48 Prozent aller deutschen Anleger an, dass der Lockdown 2020 ihr Sparverhalten beeinflusst habe. 40 Prozent von ihnen haben mehr gespart als ursprünglich vorgehabt. 47 Prozent erfüllten ihre Sparabsichten auf den Punkt genau.

Corona verändert das Investitionsverhalten

35 Prozent der befragten deutschen Anleger veränderten ihr Investitionsverhalten durch die Lockerungen des Lockdowns in Richtung riskantere Anlagen. Deutlich mehr jedoch, nämlich 45 Prozent, in Richtung risikoaverse Investments. 36 Prozent wollen auch nach dem Lockdown weiter sparen, nur 14 Prozent ihre Sparaktivitäten zurückfahren.

„Dass Anleger sowohl weltweit als auch in Deutschland ein verstärktes Augenmerk auf finanzielle Absicherung legen, werten wir als ermutigendes Zeichen. Gerade in Zeiten von Mini- und sogar Negativzinsen sind intelligente und individuell passende Formen der Kapitalanlage erforderlich, um für die Zukunft gewappnet zu sein“, sagt Achim Küssner, Leiter Schroders Investment Management Europe.

Renditeerwartungen steigen

Nicht nur der Sparwille wird laut der Studie größer, auch die Renditeerwartungen. Trotz des herausfordernden Kapitalmarktumfelds erwarten die Studienteilnehmer in den kommenden fünf Jahren im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 11,3 Prozent (siehe Grafik) – so viel noch nie seit Auflage der Studie 2016. Erfahrene Anleger sind noch optimistischer gestimmt (12,5 Prozent p.a.) als Börseneinsteiger (8,9 Prozent p.a.).

Auch die Deutschen sind zuversichtlich. Sie rechnen mit einer durchschnittlichen Rendite von jährlich 8 Prozent in den kommenden fünf Jahren. Mit 12 Prozent Rendite rechnen 20 Prozent der Investoren und 9 Prozent der Befragten sogar mit 17 Prozent.

Quelle: Schroders

„Stärkerer Realitätssinn der Anleger wünschenswert“

Diese hohen Erwartungen sieht Küssner kritisch: „Die Renditeerwartungen sind merklich angestiegen – und das ausgerechnet in einem noch immer stark von Ungewissheiten gekennzeichneten wirtschaftlichen Umfeld.“ Hier sei ein stärkerer Realitätssinn der Anleger wünschenswert, damit sich diese nicht auf falsche Hoffnungen verlassen, die mit den tatsächlichen Entwicklungen möglicherweise nicht mithalten können.

Stuart Podmore, der sich bei Schroders mit dem Verhalten von Anlegern beschäftigt, fasst zusammen: „Die Pandemie hat bei uns das Gefühl von Unsicherheit verstärkt und unsere Fähigkeit auf die Probe gestellt, mit Risiken umzugehen. Dies hat viele von uns besorgter gemacht und den Eindruck ausgelöst, die Kontrolle zu verlieren. Diese Gefühle kommen in den Ergebnissen unserer Studie klar zum Ausdruck. Denn die Anleger sind zunehmend darauf fokussiert, zu sparen, ihre Beiträge zur Altersvorsorge zu kontrollieren und ihre Geldanlagen häufiger zu überprüfen.“

Über die Studie

Im März 2021 gab Schroders eine unabhängige Online-Befragung unter über 23.000 Anlegern aus 32 Ländern und Regionen der Welt in Auftrag. Kontaktiert wurden Investoren aus Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie aus anderen Teilen der Welt. Gegenstand dieser Studie sind Personen, die in den kommenden 12 Monaten mindestens 10.000 Euro (oder den Gegenwert in einer anderen Währung) anlegen möchten und in den vergangenen zehn Jahren Änderungen an ihren Anlagen vorgenommen haben. Schroders ist sich bewusst, dass eine derart abgegrenzte Gruppe nicht repräsentativ für die Pandemie-Erfahrungen aller ist. Weitere Ergebnisse der Studie findet ihr hier.