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Tower 185 in Frankfurt/Main: Die Gesamtfläche von 100.000 Quadratmeter wechselte jüngst für 775 Millionen Euro den Besitzer

Gewerbeimmobilien in Frankfurt/Main Nach 50-Prozent-Sprüngen drohen Preisstürze

Seit 2007 ist das Transaktionsvolumen von Gewerbeimmobilien am deutschen Markt nicht mehr so hoch gewesen wie 2017, berichtet Bloomberg unter Berufung auf einen Bericht in der „Welt“. Im kommenden Jahr könnten die Preise jedoch sinken: Zum einen ist der Markt leergekauft, zum anderen dürfte das hohe Preisniveau Gewinnmitnahmen veranlassen.

13.12.2017 - 12:43 Uhr | Von:  in Immobilien

„Ausgebremst wird der Markt nicht durch einen Mangel an Kapital, sondern durch einen Mangel an attraktiven Angeboten. Besonders im Büro-Segment gibt es eine deutliche Verknappung“, beobachtet Matthias Leube, CEO des Immobilien-Dienstleisters Colliers International Deutschland mit Sitz in Frankfurt/Main.

Vor diesem Hintergrund sind laut dem Kölner Immobilienmakler Savills Immobilien Beratung die Preise so stark gestiegen, dass einzelne Eigentümer zunehmend Gewinne mitnehmen und ihre Objekte in den Verkauf geben.

VDP-Research zufolge, Marktforscher der deutschen Pfandbriefbanken, haben sich allein im dritten Quartal 2017 die Preise für Büro-Immobilien um 9,5 Prozent zum Vorjahresquartal erhöht.

Vierthöchstes Gebäude Deutschlands steigt massiv im Preis

Das Marktumfeld aus Niedrigzinsen, knappem Angebot und solidem Wirtschaftswachstum führt zu spektakulären Preissteigerungen. So lag der Verkehrswert des 2011 fertiggestellten 200 Meter hohe Doppelturms „Tower 185“ in Frankfurt, vierthöchstes Gebäude in Deutschland, vor vier Jahren bei rund 500 Millionen Euro. Das Hochhaus zwischen Messe und Hauptbahnhof wurde kürzlich für 775 Millionen Euro an die DekaBank, Wertpapierdienstleister der Sparkasse, verkauft. Innerhalb von vier Jahren hat die Immobilie rund 50 Prozent an Wert gewonnen, sicherlich nicht zuletzt, weil Ankermieter PricewaterhouseCoopers 66.000 Quadratmeter von insgesamt rund 100.000 Quadratmeter Bürofläche langfristig angemietet und hier die neue Deutschland-Zentrale des Unternehmens aufgemacht hat.

„Ein derart starker Zuwachs ist kein Einzelfall“, konstatiert Franz Eilers, Leiter Immobilien bei VDP-Research. Tatsächlich belegt der Tower 185, benannt nach der ursprünglich geplanten Höhe, im Ranking der größten Transaktionen des Jahres 2017 am deutschen-Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien lediglich den dritten Platz. Angeführt wird die von der BNP Paribas Real Estate im Auftrag von Bloomberg erstellte Liste von einer Transaktion, die doppelt so hoch wie der Kaufpreis des Tower 185 liegt: Für 1,5 Milliarden Euro hat die Frankfurter RFR Holding, unter anderem im Besitz des Seagram Buildings in New York, ein Paket von fünf Immobilien an die österreichische Signa Prime Selection AG verkauft.

Beobachtern zufolge könnten zwei Entwicklungen im kommenden Jahr den deutschen Markt insgesamt beeinflussen: das Engagement ausländischer Investoren und die Auswirkungen des Brexit.

„Speziell japanische Investoren schauen sich erstmals umfangreicher in Deutschland um, nachdem ihr Fokus in der Vergangenheit eher auf Großbritannien und den USA lag“, beobachtet Matthias Leube vom Immobilien-Dienstleister Colliers International Deutschland. „Und in Frankfurt ist bereits ein erster Brexit-Effekt zu spüren.“

Diesen Eindruck bestätigt auch Oliver Barth, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate. Zwar lasse sich noch nicht absehen, wie groß der Einfluss des Brexit auf Frankfurt sein werde. Aber: „Sollten auf einmal alle aktuellen Gesuche im Markt und die Unterschriften von Brexit-Banken zeitlich aufeinander fallen, könnte es theoretisch einen Flächenengpass in der Frankfurter Innenstadt geben.“