Gewinnprognosen von Unternehmen Nicht immer ein zuverlässiges Hilfsmittel bei der Anlageauswahl

Immer öfter korrigieren Unternehmen im Laufe eines Jahres ihre Gewinnprognosen. Anleger können sich kaum noch darauf verlassen. In den USA wollen Investoren und Firmen die Berichtspflicht deshalb jetzt abschaffen.

31.08.2017 - 14:4231.08.17 - 16:05
|
Von: 
|
|
Ein Geschäftsbericht bringt viel Arbeit mit sich: In Deutschland müssen börsennotierte Firmen seit Anfang des Jahres nur noch halbjährlich Zahlen veröffentlichen
Ein Geschäftsbericht bringt viel Arbeit mit sich: In Deutschland müssen börsennotierte Firmen seit Anfang des Jahres nur noch halbjährlich Zahlen veröffentlichen© Getty Images

Deutsche Konzerne korrigieren immer häufiger ihre Gewinnprognosen. Einer Studie des Wirtschaftsprüfers EY (ehemals Ernst & Young) zufolge erhöhten 107 der insgesamt 300 im Prime Standard gelisteten Unternehmen ihre Zahlen für 2017. So viele Korrekturen gab es seit dem Jahr 2011 nicht. Im vergangenen Jahr zählte EY zum gleichen Zeitpunkt nur 44 firmeninterne Auf- und Abstufungen.

Für die Studie untersuchte EY veröffentlichungspflichtige Prognosen der börsennotierten Unternehmen. Die Gründe für die hohe Anzahl der Korrekturen liegen laut den Prüfern in der weltweit erfreulichen Konjunkturentwicklung, dem Niedrigzinsumfeld und der anziehenden Konsumnachfrage.

Neben den 107 Aufwertungen stuften jedoch auch 29 Firmen im Prime Standard ihre Gewinnprognosen herab. Hauptgrund hierfür sind nach Aussage der EY-Analysten globale politische Turbulenzen.

Fast alle SDAX-Unternehmen bessern nach

Besonders schwer traf es laut den EY-Experten Unternehmen aus dem SDAX. 30 der 50 Unternehmen aus dem Index für Small Caps mussten ihre Einschätzungen vom Jahresbeginn anpassen.

Im MDAX betraf es 12 der 50 gelisteten Unternehmen, im DAX 10 von 30 Unternehmen. Dazu gehörten die Schwergewichte Telekom, Lufthansa, Adidas, Puma, Allianz und BASF. Nur der zuletzt genannte Chemiekonzern musste seine Gewinnvorhersage herabsetzen.

Aktienkurse reagieren sofort auf neue Prognosen