Goldpreis Anstieg auf knappes Zehnmonatshoch

Kaum hat die Bundesbank einen bedeutenden Teil ihrer Goldreserven aus dem Ausland nach Frankfurt geholt, steigt der Goldpreis. „Warum jetzt nicht verkaufen?", fragt ein meinungsbildender Wirtschaftsjournalist.

29.08.2017 - 12:0629.08.17 - 12:46
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Illegale Goldwäscher in Ghana: Schlechte Arbeitsbedingungen, aber der gestiegene Goldpreis gibt Hoffnung
Illegale Goldwäscher in Ghana: Schlechte Arbeitsbedingungen, aber der gestiegene Goldpreis gibt Hoffnung© Getty Images

Vor wenigen Tagen hat die Bundesbank 674 Tonnen Gold aus den Tresoren der Federal Reserve in New York und der Banque de France in Paris in ihren Keller in der Wilhelm-Epstein-Straße in Frankfurt gebracht. 7,7 Millionen Euro hat die Umlagerung den Steuerzahler gekostet.

Deutschland hat, nach den USA, mit knapp 3.400 Tonnen Gold im Wert von rund 119 Milliarden Euro die höchsten Goldreserven der Welt – „viel zu viel, wenn man deren begrenzte Funktion in Rechnung stellt. Vernünftig wäre es, einen großen Teil davon zu verkaufen“, meint Nikolaus Piper, Ressortleiter Wirtschaft bei der „Süddeutschen Zeitung“.

Aktuell wäre kein schlechter Zeitpunkt: Die in derzeit turbulenten Märkten nochmals gestiegene Risikoaversion, nach dem Abschuss einer nordkoreanischen Rakete über Japan hinweg, hat Gold weiter angeschoben. Aktuell notiert die Feinunze mit 1.326 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit fast zehn Monaten. Höher wurde das Edelmetall nur vor dem 9. November 2016 bewertet – der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten.

Seit Beginn des Monats August hat der Goldpreis damit um rund 4 Prozent an Wert zugelegt. Der Zuwachs seit Jahresbeginn beläuft sich auf gut 15 Prozent. Neben dem Nordkorea-Konflikt ist Gold nicht zuletzt auch wegen Terroranschlägen in Europa und dem politischen Stillstand in den USA als „sicherer Hafen“ zunehmend gefragt.