30 Jahre Laufzeit Grüne Bundesanleihe stößt auf riesige Nachfrage

Die Bundesregierung setzt den Ausbau ihrer Green-Bond-Palette konsequent fort und stößt damit auf reges Interesse. Erstmals wurde eine grüne Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren emittiert. Die Gebote summierten sich auf mehr als 38,9 Milliarden Euro.

Bundestag in Berlin
Bundestag in Berlin: Die jüngste deutsche Green-Bond-Emission belegt einmal mehr, wie sehr das Thema Nachhaltigkeit bei den Anleiheinvestoren im Blickpunkt steht © IMAGO / A. Friedrichs

Der Bund profitiert vom Rückenwind für nachhaltige Anleihen. Die Nachfrage sei „in ihrer Höhe und Diversität sehr beeindruckend“, sagte Tammo Diemer, Geschäftsführer der deutschen Finanzagentur, der Nachrichtenagentur Reuters. Grüne Schuldtitel finden derzeit reißenden Absatz. Die Corona-Krise hat dem boomenden Markt nochmals einen kräftigen Schub verliehen, da sowohl Emittenten als auch Investoren das Thema Nachhaltigkeit immer höher gewichten.

2020 wurden die ersten grünen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von fünf und zehn Jahren ausgeben. Welche Haushaltsposten mit dem Geld aus der grünen Anleihe refinanziert werden, hat die Bundesregierung im Rahmenplan für Grüne Bundeswertpapiere („Green Bond Framework“) festgelegt. Dafür wurden fünf Schwerpunktressorts definiert, denen die Einnahmen aus dem Green Bond zugeordnet werden:

  • Verkehr
  • Internationale Zusammenarbeit
  • Forschung, Innovation und Information
  • Energie und Industrie
  • Land- und Forstwirtschaft sowie Naturlandschaften

Großbanken unterstützen beim Verkauf

„Die jüngste deutsche Green-Bond-Emission belegt einmal mehr, wie sehr das Thema Nachhaltigkeit bei den Anleiheinvestoren im Blickpunkt steht“, sagt Elmar Völker, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg. „Die Entwicklung in Sachen Verschärfung von Klimaschutzzielen verdeutlicht, dass die grüne Welle am Anleihemarkt keine kurzfristige Modeerscheinung bleiben wird.“

Die Platzierung der grünen Bundesanleihe ist auch ein Erfolg für die beteiligten Banken. Denn die grüne Anleihe wurde nicht wie üblich über ein Auktionsverfahren begeben. Stattdessen beauftragte die deutsche Finanzagentur ein Syndikat aus Bank of America, BNP Paribas, Citi, Commerzbank, DZ Bank sowie HSBC mit der Platzierung des Zinspapiers.

Große Beachtung findet dabei auch das Konzept der „Zwillingsanleihe“: Für jede begebenen Anleihe emittiert die Finanzagentur eine konventionelle Anleihe mit exakt gleicher Laufzeit und gleichem Kuponzins. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Investoren können zu jeder Zeit sehen, wie kostspielig oder günstig die grüne Anleihe im Vergleich zum konventionellen Pendant ist.