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Nachhaltiger Megatrend Grüne Investments erreichen Rekordvolumen

Das in nachhaltige Geldanlagen investierte Kapital ist in Deutschland im vergangenen Jahr um 25 Prozent gestiegen. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen vor. Demnach stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum.

08.06.2021 - 12:00 Uhr | in Nachhaltigkeit

Wie 2019 haben Anleger auch 2020 ihr Engagement im Bereich nachhaltige Geldanlage deutlich ausgebaut. 39,8 Milliarden Euro investierten sie in entsprechende Fonds und Mandate – ein Plus in Höhe von 117 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insbesondere nachhaltige Investmentfonds verzeichneten deutliche Zuflüsse und lagen mit einem Volumen von 107,0 Milliarden Euro rund 69 Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt waren Ende des vergangenen Jahres 335,3 Milliarden Euro in nachhaltige Geldanlagen investiert (siehe Grafik 1). Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Marktbericht 2021 des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hervor.

Grafik 1: Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland Ende 2020 (in Milliarden Euro)

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Best-in-Class-Ansatz immer beliebter

Ausschlusskriterien sind für viele Anleger ein zentrales Instrument zur Umsetzung individueller Nachhaltigkeitsstrategien. 92 Prozent aller nachhaltigen Fonds und Mandate nutzen eine Kombination aus entsprechenden Kriterien und normbasiertem Screening. Besonders häufig werden Unternehmen ausgeschlossen, die gegen Menschenrechte und Arbeitsstandards verstoßen oder in Korruption und Bestechung verwickelt sind.

Neu in den Top-5 ist der Ausschluss von Tabak. Die ersten vier Ausschlusskriterien finden bei 89 bis 90 Prozent der nachhaltigen Fonds und Mandate Anwendung (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Die Top-5 der Ausschlusskriterien in Deutschland 2020 (in Milliarden Euro)

Verantwortliche Investments steigen auf mehr als 1,9 Billionen Euro

Grafik 3 zeigt das Wachstum nachhaltiger Geldanlagen und verantwortlicher Investments im Vergleich. Das Volumen verantwortlicher Investitionen ist im vergangenen Jahr um 18 Prozent gewachsen. Hier gab es bei fast allen Asset Managern und Investoren Zuwächse.

Ein wesentlicher Treiber des Wachstums verantwortlicher Investments sind die regulatorischen Änderungen. Viele Produktanbieter haben bereits im Vorjahr angefangen, ihre Anlageprodukte den nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungs- und Transparenzpflichten anzupassen, die seit März 2021 gelten. Um Abgrenzungsschwierigkeiten zu vermeiden, zählt das FNG nachhaltige Geldanlagen als Teilsumme der verantwortlichen Investments. Das ergibt Sinn, da diese bei den Nachhaltigkeitskriterien auf institutioneller Ebene verankert sind, sodass die herangezogenen Kriterien für alle Assets gelten, sowohl nachhaltige als auch verantwortliche.

Grafik 3: Verantwortliche Investments und nachhaltige Geldanlagen in Deutschland (in Milliarden Euro)

Zentrales Instrument beim verantwortlichen Investment ist die ESG-Integration, also die Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien in den Investmentprozess. In der Folge werden entsprechende Kriterien nicht ausschließlich für spezifisch nachhaltige Mandate oder Fonds berücksichtigt, sondern fließen auch in Anlageentscheidungen für konventionelle Fonds ein. Zweitwichtigste Anlagestrategie im Rahmen des verantwortlichen Investments ist das Engagement, also die Nutzung der Stimmrechte sowie der Dialog mit den Unternehmen. Dieser Ansatz wird bei rund zwei Drittel der verantwortlichen Investments angewendet.

Weiteres Wachstum erwartet

Gefragt nach einer Prognose für nachhaltige Geldanlagen im Jahr 2021 gehen alle Studienteilnehmer von einem Wachstum aus. 29 Prozent der Befragten rechnen mit einem Plus von bis zu 15 Prozent. Die anderen 71 Prozent gehen von einem erheblich höheren Wachstum aus – teilweise von mehr als 50 Prozent.