Verbrauchergetriebener MegatrendGrüne Revolution – Chancen für Anleger

Wenn sich die Präferenzen von Verbrauchern ändern, beeinflusst das nicht nur die Politik, sondern auch das Portfolio, sagt Luke Barrs, Leitender Portfoliomanager bei Goldman Sachs Asset Management. Doch wo bieten sich derzeit die besten Chancen, um von diesem Paradigmenwechsel zu profitieren?

23.06.2021 - 15:30 Uhr23.06.21 15:30
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Beim Joggen Müll aufsammeln
Beim Joggen Müll aufsammeln: Die Menschen werden sich ihres CO2-Fußabdrucks zunehmend bewusst und wollen entsprechend handeln © IMAGO / Westend61

Wir sind nicht mehr weit von einer Klimakrise entfernt: Waldbrände, Umweltverschmutzung, Hurrikane und Überschwemmungen, lassen verheerende Prognosen zu. Doch die Welt steht vor einer nachhaltigen Revolution, von der wir glauben, dass sie das Ausmaß der industriellen Revolution und die Geschwindigkeit der digitalen Revolution haben wird.

Denn: Grüne Technologien werden günstiger, aber vor allem Regierungen, Unternehmen und Verbraucher setzen sich zunehmend für die Bekämpfung des Klimawandels und die Förderung von Nachhaltigkeit ein.

  1. Regierungen ebnen den grünen Weg

Regierungen auf der ganzen Welt versuchen ihre jeweiligen Volkswirtschaften anzukurbeln, Arbeitsplätze zu schaffen und Technologien zu entwickeln, die zur grünen Erholung beitragen.

Beispiel Europa: Die EU etablierte den Green Deal mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 – mit Nachahmerfolgen. China, der größte Umweltverschmutzter der Welt, strebt nach CO2-Neutralität bis 2060. Auch die USA haben, dank der neuen Regierung, durch den Wiedereintritt in das Pariser Abkommen ein Zeichen gesetzt. Zudem ist zu erwarten, dass in naher Zukunft weitere Maßnahmen angekündigt werden.

Politische Entscheidungsträger weltweit spielen eine entscheidende Rolle, um den Weg für die Trends im Bereich Nachhaltigkeit zu ebnen. „Sie können negative Auswirkungen auf die Umwelt durch Steuern und regulatorische Maßnahmen begrenzen – und dabei gleichzeitig Anreize für die Entwicklung alternativer Lösungen schaffen“, sagt Luke Barrs, Leitender Portfoliomanager bei Goldman Sachs Asset Management.

  1. Unternehmen müssen grüne Impulse aufnehmen

Weltweit stehen Unternehmen unter dem wachsenden Druck ihrer Aktionäre, Mitarbeiter und Verbraucher, sich aus ESG-Sicht ethisch zu engagieren. Klar ist: Jene Unternehmen, die das noch nicht tun, müssen sich schnellstens ändern. „Der Tech-Sektor ist eine Branche, die mit gutem Beispiel vorangeht“, so Barrs. Viele Tech-Unternehmen nutzen bereits erneuerbare Energien für ihren Serverbetrieb.

„Unternehmen müssen entscheidend dazu beitragen, Innovationen voranzutreiben und neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, um positive Umweltveränderungen herbeizuführen“, erklärt Barrs.

  1. Verbraucher treiben Regierungen und Unternehmen

Gleichwohl: „Wir glauben, dass die Verbraucher der wichtigste Faktor für Veränderungen unter den drei hier beschriebenen Treibern sind“, kommentiert Barrs. „Die Menschen werden sich ihres CO2-Fußabdrucks zunehmend bewusst und wollen entsprechend handeln, um diesen zu verringern.“

Ein Beispiel ist der pflanzliche Proteinsektor, der in den vergangenen Jahren exponentiell wachsen konnte. Denn: Viele Menschen haben die negativen Auswirkungen des Agrarsektors auf die Umwelt erkannt, insbesondere mit Blick auf die Emissionen – und wollen ihren Teil dazu beitragen, diese zu bekämpfen. Entscheidend ist: „Sich ändernde Verbraucherpräferenzen wirken sich auch auf die Regierungen aus“, analysiert Barrs. „Denn sie handeln, weil sich die Präferenzen der Wähler verändern."

Rendite-Treiber

Anlagechancen sieht der Portfoliomanager in Unternehmen, die Innovationen in den Bereichen saubere Energie, Ressourceneffizienz, nachhaltiger Verbrauch, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit des Wassers vorantreiben. „Gemeinsame Ambitionen von Regierungen, Unternehmen und Verbrauchern führen dazu, dass Firmen, die sich in diesen Bereichen engagieren, langfristige Anlagemöglichkeit bieten“, sagt Barrs.