Nachhaltige InvestmentsGrüner Wasserstoff – Hype oder Chance?

Viele Wasserstoffaktien verzeichneten nach rasanten Kursanstiegen 2020 in den vergangenen Monaten teils herbe Rückschläge, weil die hohen Erwartungen der Anleger nicht erfüllt wurden. Investoren sollten sich aber nicht abschrecken lassen, sagen Carmen und Gerd Junker, Portfoliomanager des GG Wasserstoff.

14.06.2021 - 10:00 Uhr14.06.21 10:00
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Wasserstoffauto beim 24-Stunden-Rennen in Japan
Wasserstoffauto beim 24-Stunden-Rennen in Japan: Ein breit diversifizierter Investmentansatz entlang der Wertschöpfungskette bietet Anlegern Chancen© IMAGO / Kyodo News

Wasserstoff gilt für viele Energie-Experten und Politiker als Hoffnungsträger für die Energiewende. Die Bundesregierung bezeichnet ihn sogar als Treibstoff der Zukunft. Gründe für diesen Optimismus gibt es einige: Erstens ist Wasserstoff das chemische Element, das im Universum am häufigsten vorkommt – es herrscht anders als bei anderen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas also keine Knappheit. Zweitens kann Wasserstoff unter gewissen Umständen ein nachhaltiger Energieträger sein. Nämlich dann, wenn bei seiner Herstellung durch die Elektrolyse von Wasser nur erneuerbare Energien zum Einsatz kommen, zum Beispiel Solar- oder Windkraft. Dieser nachhaltig produzierte Wasserstoff wird als grüner Wasserstoff bezeichnet.

Unter Anlegern waren Wasserstoffaktien heiß begehrt, weil sie attraktive Renditen in einem wachsenden Markt versprachen. Gleichzeitig sind sie eine gute Möglichkeit, das Depot nachhaltig zu gestalten. Wie bei allen Investitionen in Zukunftsthemen sollten sich Investoren auch bei Wasserstoffaktien breit aufstellen. Carmen und Gerd Junker von Grünes Geld haben daher gemeinsam mit der Kapitalverwaltungsgesellschaft Hansainvest im Dezember 2020 den deutschlandweit ersten aktiv gemanagten Wasserstoff-Fonds aufgesetzt: Den GG Wasserstoff. Im Gespräch mit Dr. Andrea Vathje von Scope erklären die Anlageexperten, in welchen Bereichen sich grüner Wasserstoff künftig am stärksten durchsetzen könnte – und welche Aktien davon profitieren könnten.

Keine Angst vor Rückschlägen

In den Fonds nehmen Gerd und Carmen Junker sowohl Aktien von Small und Mid-Cap-Unternehmen als auch Anteilsscheine von Großkonzernen auf, die sich nur am Rande ihres Geschäftsfeldes mit dem Thema Wasserstoff beschäftigen. Zu letzteren zählt zum Beispiel der Dax-Konzern Linde, der Gase und entsprechende Prozessanlagen herstellt. Noch sind es vor allem solche sogenannten „Blended Player“, die Gewinne abwerfen. Langfristig soll allerdings knapp die Hälfte des Fonds aus sogenannten „Pure Player“ bestehen, die explizit Lösungen zur Wertschöpfungskette von Wasserstoff entwickeln – wie etwa das norwegische Unternehmen NEL Hydrogen, der weltweit größte Hersteller von Elektrolyseuren.

Viele „Pure Play“-Aktien mussten nach starken Kursanstiegen in 2020 in den vergangenen Monaten teils herbe Rückschläge verzeichnen, weil die extrem hohen Erwartungen der Anleger nicht erfüllt werden konnten. Investoren sollten sich aber nicht abschrecken lassen. Carmen und Gerd Junker sind überzeugt: Ein aktiver und risikodisziplinierter Investmentansatz mit einem breit diversifizierten Portfolio entlang der Wertschöpfungskette Wasserstoff bietet Investoren Chancen.

Mehr dazu erfahren Sie im Webinar von Scope.