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Monterrey in Mexiko

Aktien und Anleihen Günstiges Umfeld für Schwellenländer-Investments

Vieles spricht zurzeit für die Schwellenländer: Die niedrigen Zinsen aufgrund der expansiven Geldpolitik in den entwickelten Ländern, der steigende Ölpreis, der schwache US-Dollar und nicht zuletzt die immer schnelleren Corona-Impfungen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten sind aber groß.

23.03.2021 - 14:28 Uhr | in Anleihen

Die Aktien- und Anleihemärkte vieler Schwellenländer bieten derzeit interessante Investmentgelegenheiten. Nach Auffassung der Experten von Edmond de Rothschild sind die Aussichten auf Rendite in den Emerging Markets 2021 außergewöhnlich gut. Dafür gebe es mehrere Gründe, darunter die stabile chinesische Wirtschaft und die lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Jüngst haben die Währungshüter jenseits des Atlantiks erneut betont, diese vorerst fortsetzen zu wollen. Benjamin Melman, Global Chief Investment Officer bei Edmond de Rothschild, nennt einen weiteren Faktor: „Wir sind der Auffassung, dass mit dem Regierungswechsel in den USA die weltpolitischen Risiken nachlassen werden.“

Derweil sei China wettbewerbsfähiger geworden – durch die Coronakrise, aber auch durch die von der Trump-Administration losgetretenen internationalen Konflikte. „Chinesische Aktien werden gegenüber anderen Märkten Mehrertragspotenzial haben“, prognostiziert Xiadong Bao, Fondsmanager für internationale Aktien bei Edmond de Rothschild. Dafür sprechen die große Mittelschicht, krisenfeste strategische Branchen und die Vielzahl gut ausgebildeter Arbeitskräfte. Außerdem sind chinesische Aktien gemessen am Bruttoinlandsprodukt in den wichtigsten internationalen Indizes noch immer unterrepräsentiert. Mit der zunehmenden Marktöffnung dürften die Zuflüsse in chinesische Aktien weiter steigen.

Sehr optimistisch zeigen sich die Experten für chinesische Unternehmen, die vom Nachhaltigkeitstrend profitieren. Dazu zählen Elektrofahrzeugproduzenten und ihre Zulieferer sowie Solarzellen- und Batteriehersteller. Ihnen allen komme zugute, dass China bis 2060 CO2-neutral sein will. Zyklische Sektoren wie die Industrie seien mittelfristig attraktiv – wegen der hohen privatwirtschaftlichen Investitionen und der Lieferkettenoptimierung in der Region. „Wir rechnen außerdem damit, dass neue Handelsverträge in Asien und Europa chinesische Aktien ebenso stützen wie die beschleunigte Digitalisierung“, sagt Bao.

Steigende Infrastrukturinvestitionen in Indien

Ebenfalls interessant sei der indische Markt. Die Impfungen kommen hier gut voran und Anfang Februar hat die Regierung einen sehr wirtschaftsfreundlichen Haushaltsplan für das im April beginnende neue Fiskaljahr vorgestellt. Geplant sind Ausgaben in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar mit einem deutlich größeren Anteil an Infrastrukturinvestitionen – 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Indien hat sich in den letzten Monaten mit Konjunkturprogrammen zurückgehalten, setzt jetzt aber wie die meisten anderen Länder auf eine expansivere Fiskalpolitik. Zugleich möchte die Regierung das Land als Produktionsstandort attraktiver machen. Südostasien und Indien haben von Produktionsverlagerungen infolge des amerikanisch-chinesischen Handelskriegs, aber auch aufgrund von Covid-19 profitiert. „Wir erwarten, dass dieser Trend anhält“, betont Bao.

Benjamin Melman resümiert bezüglich der einzelnen Schwellenländer: „China hat trotzdem noch immer große Wettbewerbsvorteile bei der Produktion. Branchen mit geringer Wertschöpfung könnten nach Vietnam oder Indien verlagert werden. Sehr wertschöpfungsintensive Industriezweige werden aber in China bleiben. Schon jetzt ist das Land in manchen Bereichen Technologieführer, etwa bei Elektrofahrzeugen.“