Höhenflug der ÖlpreiseDies sind die Gewinner und Verlierer

15.06.2018 - 11:18 Uhr15.06.18 11:18
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Gewinner und Verlierer

Offensichtliche Gewinner sind die Energiebranche und ihre Zulieferer, da die höheren Ölpreise neben dem unmittelbaren Einnahmeneffekt auch steigende Investitionen im Energiesektor zur Folge haben. Führen die höheren Ölpreise zu höheren Zinsen, kann das auch dem Finanzsektor zugutekommen, der von einer höheren Zinsmarge zwischen Einlagen- und Kreditzinsen profitiert.

Die Verlierer sind die Unternehmen, die entweder zur Herstellung ihrer Waren Öl benötigen oder Waren an Kunden verkaufen, die stark vom Ölpreis abhängig sind. Chemieunternehmen und Reifenproduzenten können beispielsweise von höheren Ölpreisen beeinträchtigt werden, doch viele dieser Firmen geben die gestiegenen Kosten mehr oder weniger an ihre Kunden weiter. Gleichzeitig leiden Fluggesellschaften an höheren Treibstoffpreisen, ebenso drosseln höhere Benzinpreise die Nachfrage insbesondere nach großen Autos. Im Allgemeinen versetzen höhere Ölpreise dem Konsum einen Dämpfer, da höhere Ausgaben für zum Beispiel Benzin und Heizung die Mittel für andere Konsumgüter und Dienstleistungen schmälern.

Kein Hemmschuh für das globale Wachstum

Wir gehen davon aus, dass der Ölpreis auf 12-Monats-Sicht niedriger sein wird als heute. Dessen ungeachtet sind jedoch kurzfristig weitere Anstiege und Schwankungen denkbar. Unserer Ansicht nach wurden die jüngsten Ölpreisanstiege großenteils von spekulativen Investitionen ausgelöst.

Die aktuellen Ölpreise halten wir daher nicht für einen Hemmschuh für das globale Wirtschaftswachstum. Unseres Erachtens deutet alles weiterhin auf höhere Aktienkurse und leicht steigende Zinsen hin, die die Anleihennotierungen nach unten drücken können. Deshalb haben wir eine Übergewichtung in Aktien und eine Untergewichtung in Anleihen.

Trotz steigender Ölpreise halten wir an unserer neutralen Gewichtung im Energiesektor fest. Das liegt einerseits daran, dass viele Energieunternehmen immer noch hoch verschuldet sind, und andererseits am Risiko für neue Aktienemissionen der schuldengeplagten Unternehmen im Sektor. Das kann die Aktienkurse verwässern, wie es auch 2017 der Fall war.