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Agco-Traktoren auf einer Landwirtschaftsmesse in Helsinki

Regenerative Landwirtschaft Höhere Preise – mehr nachhaltiges Engagement

Durch die Corona-Krise und die Wetterverhältnisse sind die Preise für Agrargüter gestiegen. Warum die Teuerung den Wandel zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft vorantreibt und welche Branchen profitieren, erklärt Alina Donets, Portfoliomanagerin bei Lombard Odier Investment Managers.

21.05.2021 - 12:53 Uhr | in Nachhaltigkeit

Die niedrigen Preise für Agrargüter haben viele Landwirte im vergangenen Jahrzehnt dazu gezwungen, weiterhin mit alter Technik zu arbeiten – selbst wenn ein Austausch oder eine Aufrüstung fällig gewesen wäre. „Doch auch in Bereichen, in denen es Innovationen gab, haben diese häufig nicht zu einer besseren Umweltbilanz geführt“, erklärt Alina Donets, Portfoliomanagerin bei Lambard Odier Investment Managers.

„Beispiele dafür sind Bewässerungssysteme, die zu viel Wasser entnehmen, extensive Bewirtschaftungsmethoden, die die Funktion des Bodens als Kohlenstoffspeicher beeinträchtigen und schlecht kontrollierte Chemikalieneinträge, durch die die Artenvielfalt geschädigt wird.“ Das betrifft unter anderem Bienen, die durch Monokulturen und Pestizide in vielen Gebieten nicht mehr genug Nahrung finden.

Preisanstieg sorgt für Engagement

Die coronabedingten Verwerfungen im Welthandel und in den Lieferketten haben in Kombination mit den Wetterverhältnissen nun allerdings dafür gesorgt, dass die Rohstoffvorräte erschöpft sind. Dadurch sind die Preise von Agrargütern gestiegen.

„In Folge dessen haben mehrere große Konzerne wie Danone und General Mills beschlossen, sich für eine regenerative Landwirtschaft zu engagieren“, erläutert die Portfoliomanagerin. „Nestlé hat sich bis 2025 verpflichtet, 1,2 Milliarden Schweizer Franken in Praktiken zur regenerativen Bewirtschaftung der Natur zu investieren.“ Damit sollen verbesserte landwirtschaftliche Verfahren wie Zwischenfruchtanbau, die Verwendung von organischem Dünger sowie der Einsatz von Biogasanlagen unterstützt werden.

Denn: Eine regenerative Landwirtschaft kommt der Umwelt enorm zugute. Sie trägt unter anderem zu einer Senkung des Stickstoffeintrags um fast 40 Prozent bei. Das ist wichtig für den Schutz der Artenvielfalt.

Wachstum für Landmaschinen

„Angesichts der Dimension dieses Wandels sehen wir eine Reihe attraktiver Anlagemöglichkeiten“, erklärt Donets. „Im ersten Quartal 2021 haben wir deshalb eine neue Position in Agco aufgebaut.“ Agco ist einer der führenden Landmaschinenanbieter mit einem breiten Angebot an intelligenten Lösungen für den Agrarsektor. Das Unternehmen bietet Innovationen in den Bereichen Chemikalienanwendung, Betriebsmanagement oder Setzlings- und Pflanzverfahren, die ein integraler Bestandteil regenerativer Anbaumethoden sind.

„In seiner jüngsten Bilanzkonferenz hob Agco die erzielten Wachstumsraten im Jahr 2020 von 200 Prozent für seine intelligenten Pflanzmaschinen-Vollsysteme, 40 Prozent für andere maschinenmontierte Pflanzsysteme und 35 Prozent für intelligente Sprühmaschinen hervor“, sagt die Portfoliomanagerin. Die Agco-Position des Vermögensverwalters wird ergänzt von Titeln des japanischen Pendants Kubota und Trimble, einem Technologieunternehmen, das Smart-Farming-Systeme entwickelt.

„Die Landwirtschaft ist mehr als die meisten anderen Wirtschaftsbereiche vom Naturkapital abhängig – den natürlichen Ressourcen der Erde“, erklärt Donets. „Deshalb ist die Entwicklung und Umsetzung von Techniken für intelligente Landwirtschaft unverzichtbar – und stellt ein wichtiges Element unserer Natural Capital-Strategie dar.“