Immobilienmarkt Deutschland Wirtschaftsforscher sehen 3 Risiken

Immobilien sind in Großstädten wie München, Hamburg und Berlin in den vergangenen Jahren immer teurer geworden. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln nennen drei Risiken für Investoren.

24.08.2017 - 11:5524.08.17 - 12:07
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Baustelle in Berlin: In deutschen Großstädten werden immer mehr Mikroapartments gebaut. Für Studenten, die dort eigentlich wohnen sollen, sind sie jedoch oft zu teuer
Baustelle in Berlin: In deutschen Großstädten werden immer mehr Mikroapartments gebaut. Für Studenten, die dort eigentlich wohnen sollen, sind sie jedoch oft zu teuer© Getty Images

Der deutsche Immobilienmarkt erlebt seit einigen Jahren einen Boom. Wer beispielsweise in Hamburg vor zehn Jahren eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 70 Quadratmetern für 250.000 Euro erworben hat, kann sie nun für das Doppelte verkaufen.

Die Entwicklung birgt jedoch auch Risiken für Investoren. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) warnen vor drei Gefahren. Zum einen ist aus ihrer Sicht die hohe Zahl der Einfamilienhäuser auf dem Land bedenklich. „Die meisten ländlichen Gebiete sind überversorgt, die Haus- und Grundstückspreise werden hier perspektivisch wieder fallen“, sagt IW-Wissenschaftler Michael Voigtländer. Lediglich in Gemeinden, die unmittelbar an Großstädte grenzen, ist noch Bedarf für Einfamilienhäuser zu erkennen, zeigt die IW-Studie.

Mikroapart­ments-Boom in Großstädten

Die hohe Zahl der Mikroapartments in Großstädten birgt ebenfalls Gefahren, etwa in Frankfurt am Main. Eigentlich sollen vor allem Studenten in diese Wohnungen ziehen. Doch die Mieten sind häufig zu hoch für junge Menschen, die sich mit Studentenjobs oder dem Geld der Eltern finanzieren. „In den kommenden Jahren wird die Zahl der Studenten wieder sinken. Was dann mit den Wohnungen passieren soll, ist fraglich“, warnt Voigtländer.

Das dritte Risiko aus der Perspektive von Immobilieninvestoren sehen die IW-Forscher in einer möglichen Verschärfung der Mietpreisbremse nach der Bundestagswahl am 24. September. Das könnte Mieterhöhungen künftig erschweren.

Die Gefahr einer deutschlandweiten Immobilienblase sehen die Forscher derzeit jedoch nicht. Es wird auf Bundesebene im Schnitt weder zu viel gebaut noch explodieren die Immobilienkredite.