Für Natur und Gesellschaft Impact Investing – Beschleuniger des nachhaltigen Wandels

Das steigende Bewusstsein für Nachhaltigkeit rückt eine junge Nische der Finanzbranche immer stärker in den Fokus: Impact Investing. Ein Ansatz, mit dem nicht nur Rendite erzielt, sondern auch Gutes getan werden soll. Die Möglichkeiten, die positiven Auswirkungen zu messen, sind allerdings noch nicht ganz ausgereift.

04.05.2021, aktualisiert 18.05.2021 - 12:4518.05.21 - 12:45
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Wasserfall in der italienischen Region Umbrien
Wasserfall in der italienischen Region Umbrien: Immer mehr Anleger wollen genau wissen, in welche Projekte ihr Geld fließt© IMAGO / imagebroker

Da nachhaltiges Investieren immer beliebter wird, steigt auch die Zahl und Vielfalt entsprechender Fonds. Eine recht neue und heterogene Anlageklasse ist das Impact Investing, das Anleger nicht mit ESG-Investments gleichsetzen sollten. Denn: Anhand von ESG-Kriterien werden die Geschäftspraktiken eines Unternehmens hinsichtlich der drei Faktoren Umwelt, Soziales und Governance bewertet. Mithilfe von Impact-Parametern wird hingegen ermittelt, inwieweit die Produkte, Dienstleistungen und Technologien einer Firma oder eines Projekts aktiv dazu beitragen, den Übergang hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu beschleunigen.

Impact Investments können in Märkten der Industrie- und der Entwicklungsländer getätigt werden und teils hohe Rendite erwirtschaften. Sie sind häufig projektbezogen und unterscheiden sich von der Philanthropie, da die Investoren die Eigentumsrechte an den Assets halten und positive finanzielle Erträge erwarten.

Impact Investing wächst rasch

Laut dem jüngsten Bericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) lag das Marktvolumen im Bereich Impact Investing in Deutschland 2017 bei 5,2 Milliarden Euro, 2018 bei 13 Milliarden Euro und 2020 bei 8,1 Milliarden Euro. „Vergleicht man die Wachstumsdynamik mit der des ESG-Segments, so wächst Impact Investing trotz des leichten Rückgangs im vergangenen Jahr allerdings deutlich schneller, wenn auch noch auf niedrigerem absolutem Niveau“, lautet eines der Ergebnisse der jüngsten Studie der Bundesinitiative Impact Investing (BII). Das weltweite Impact-Investing-Volumen wird von der Branchenorganisation Global Impact Investing Network (GIIN) mittlerweile auf satte 715 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die 17 Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen (Abbildung 1) spielen als weltweiter Referenzrahmen für Impact-Investoren eine immer wichtigere Rolle. Sie decken die komplette Bandbreite der globalen Herausforderungen ab und geben somit eine gewisse Orientierung, welche Wirkungen erzielt werden sollen. Das spiegelt sich auch in den Investitionsvolumina im Kontext der SDGs wider. So wurde für die Top-3-SDGs im Rahmen von Impact Investing insgesamt knapp eine Milliarde Euro ausgegeben: Gesundheit und Wohlergehen (520 Millionen Euro), bezahlbare und saubere Energie (309 Millionen Euro) sowie nachhaltige Städte und Gemeinden (164 Millionen Euro). Diese Zahlen gehen aus der jüngsten Studie der BII hervor.

Abbildung 1: 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

                         Quelle: Vereinte Nationen

Probleme bei der Messbarkeit

Die Zahlen lassen zwar einen klaren Trend vermuten, dennoch ist für Anleger nicht immer deutlich erkennbar, was ihr Geld bewirkt. Denn im Gegensatz zur finanziellen Rendite lassen sich die gesellschaftlichen und ökologischen Folgen eines Investments bislang nur schwer messen. Die Bundesinitiative Impact Investing hat es sich deshalb zum Ziel gemacht, Standards zur einheitlichen Wirkungsmessung zu erarbeiten und anzuwenden, um Impact Investments transparenter zu machen.

Rendite mit Wirkung

Anlegen und gleichzeitig Gutes tun liegt im Trend – und kann durchaus Rendite bringen. Wir stellen Ihnen die drei renditestärksten Impact-Fonds der vergangenen fünf Jahre vor.

  • Der green benefit Global Impact Fund P (ISIN: LU1136260384) investiert in Wertpapiere ohne Restriktionen hinsichtlich regionaler Schwerpunkte. Bei der Auswahl der Investments werden unter anderem ökologische, soziale und ethische Gesichtspunkte berücksichtigt. Neben möglichen Renteninvestments werden langfristig überwiegend Aktien erworben. Mindestens 51 Prozent des Fonds werden in Kapitalbeteiligungen angelegt. Der Fonds erzielte in den vergangenen fünf Jahren eine Rendite von mehr als 294 Prozent.
  • Der BNP Paribas Funds Climate Impact D (ISIN: LU0406802685) investiert in Unternehmen, die die Anpassung an den Klimawandel beziehungsweise dessen Begrenzung ermöglichen. Zudem sollen sie die Empfehlungen der Vereinten Nationen bezüglich sozial- und umweltverträglicher Geschäftspraktiken sowie die Grundsätze der Corporate Governance berücksichtigen. In den vergangenen fünf Jahren erzielte der Impact-Fonds eine Rendite von knapp 100 Prozent.
  • Der ECHIQUIER POSITIVE IMPACT EUROPE A (ISIN: FR0010863688) investiert an den europäischen Aktienmärkten in Unternehmen, die sich durch ihre gute Unternehmensführung sowie die Qualität ihrer Sozial- und Umweltpolitik auszeichnen und mit ihren Tätigkeiten Lösungen für Herausforderungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung herbeiführen. Durch einen regelmäßigen Dialog und konkrete Verbesserungsschwerpunkte, die mit den Unternehmen geteilt und langfristig verfolgt werden, soll ein Beitrag zu ihren Fortschritten bei ESG-Themen geleistet werden. In den vergangenen fünf Jahren erzielte der Fonds eine Rendite von rund 80 Prozent.

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