Inflation Gedränge im Zielkorridor

Die Indizien für ein Anziehen der Inflation nehmen sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union zu. Zeit für die Europäische Zentralbank gegenzusteuern? Mario Draghi dürfte erst einmal abwarten, wie sich die Preise im späteren Jahresverlauf entwickeln.

02.03.2017 - 17:0602.03.17 - 17:46
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EZB-Chef Mario Draghi und EZB-Ratsmitglied Ignazio Visco: Italiens Notenbankchef hat mit Blick auf die Stabilität in seinem Land ein ausgeprägtes Interesse an weiterhin niedrigen Zinsen
EZB-Chef Mario Draghi und EZB-Ratsmitglied Ignazio Visco: Italiens Notenbankchef hat mit Blick auf die Stabilität in seinem Land ein ausgeprägtes Interesse an weiterhin niedrigen Zinsen© Getty Images

Die jüngste Serie festerer Inflationsdaten reißt nicht ab: Die Importpreise in Deutschland sind im Januar stärker gestiegen als erwartet. Sie legten im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent zu. Volkswirte hatten einen Anstieg von lediglich 0,5 Prozent prognostiziert.

Was im Vormonatsvergleich noch moderat aussieht, wirkt im Vergleich zum Vorjahr beunruhigend: Mit einem Anstieg um 6,0 Prozent ist die Jahresteuerung auf die höchste Rate seit Mai 2011 gesprungen. Erwartet wurde ein Anstieg von 5,5 Prozent. Im Vormonat hatten die Importpreise um 1,9 Prozent im Monats- und um 3,5 Prozent im Jahresvergleich zugelegt.

Die Preise von Erdöl- und Mineralölerzeugnissen herausgerechnet, lag der Einfuhrpreisindex im Januar um 0,7 Prozent höher als im Vormonat, im Jahresvergleich belief sich der Anstieg auf 3,0 Prozent.

Jahresteuerung im Euroraum bei 2,0 Prozent

Zugleich wurden Februar-Zahlen zum Inflationsdruck im Euroraum gemeldet. Die Verbraucherpreise stiegen mit einer Jahresrate von 2,0 Prozent (Januar: 1,8), hat die Statistikbehörde Eurostat ermittelt. Dieser höchste Stand seit Januar 2013 war von Volkswirten bereits erwartet worden.