Inflation im Euroraum Mario Draghi kämpft mit Ölpreisen

EZB-Chef Mario Draghi versucht schon lange, die Inflationsraten im Euroraum nach oben zu treiben – mit mäßigem Erfolg. Nachdem sich die Wogen des Brexits geglättet haben, taucht das nächste Problem auf: Der Ölmarkt

08.08.2016, aktualisiert 11.08.2016 - 11:0311.08.16 - 11:03
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Quelle: Bloomberg
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Wann immer Mario Draghi eine Hürde auf seinem Weg zu einer höheren Inflationsrate nimmt, taucht bereits die nächste auf. Gerade gab es ermutigende Signale, dass die Herausforderungen von Brexit bis Terrorismus die verhaltene Erholung im Euroraum nicht abwürgen werden, da bedroht ein neuerlicher Rückgang der Ölpreise die erwartete Beschleunigung der Inflation.

Da das Wachstum nicht stark genug ist, um seinerseits Preisdruck zu erzeugen, könnte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) seinen Inflationsausblick einmal mehr ändern müssen.

Kaum Inflation im Euroraum

Die Inflationsrate liegt auch nach zwei Jahren mit beispiellosen Konjunkturimpulsen im Euroraum weiter deutlich unter dem EZB-Zielwert von knapp zwei Prozent.

Mitte August werden die EZB-Mitarbeiter ihre neuen Prognosen erstellen. Die Währungshüter haben es zwar nicht eilig, ihr 1,7 Billionen Euro schweres Programm der quantitativen Lockerungen im September anzupassen oder zu erweitern, doch Ökonomen erwarten, dass Draghi noch vor Jahresende weitere Lockerungen vornehmen muss.

„Da die Wirtschaft des Euroraums das Brexit-Votum nun anscheinend verdaut hat, wird die Inflation vor dem Hintergrund der schlechten Nachrichten über die Ölpreise wieder stärker im Fokus stehen.”

Johannes Gareis, Ökonom bei Natixis in Frankfurt