Inflation ist Ergebnis politischen Willens Die Folgen für Sparer und Altersvorsorge sind Merkel gleichgültig

In Deutschland liegt die Geldentwertung auf dem höchsten Stand seit Jahren. Gleichzeitig hält die Niedrigzinsphase an. Der Politik kommt die Inflation im Hinblick auf die hohen Staatsschulden nicht ungelegen. Für Anleger gibt es Auswege, um Kapitalvermögen wirksam zu schützen, erläutert Holger Schmitz, Vorstand der SCHMITZ & PARTNER AG.

12.11.2018, aktualisiert 24.07.2020 - 10:1224.07.20 - 10:12
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Gut besuchte Shopping-Mall in Berlin
Gut besuchte Shopping-Mall in Berlin: Dem Statistischen Bundesamt zufolge wird Deutschlands Inflation im Oktober voraussichtlich bei 2,5 Prozent liegen© Getty Images

Für Oktober 2018 wird die Inflationsrate in Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge voraussichtlich bei 2,5 Prozent liegen. Dies wäre nicht nur eine weitere Beschleunigung der Kaufkraftentwertung um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, sondern zugleich der höchste Stand seit September 2008 – dem Ausbruch der globalen Finanzkrise. Gleichzeitig liegt dieser Wert deutlich oberhalb des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent.

Man könnte jetzt auf die Idee kommen, dass die eigentlich als Währungshüter angestellten Zentralbanker von ihrer bereits seit Jahren praktizierten Politik des billigen Geldes abrücken. Doch weit gefehlt. Stattdessen deutet alles auf weiterhin niedrige Zinsen innerhalb der Euro-Zone hin. Die Folge für Sparer: Der sichere Realverlust bei sämtlichen Guthaben auf dem Sparbuch oder dem Festgeldkonto wird immer größer.

Inflation ist das Ergebnis politischen Willens

Ebenso schlimm wie die offenkundige Untätigkeit der EZB ist die Verkennung der Inflationsgefahren in Teilen der Gesellschaft sowie der europäischen – und auch der deutschen – Politik. Angela Merkel versagte bereits vor einigen Jahren Axel Weber ihre Unterstützung für einen Wechsel an die Spitze der EZB. Damit machte sie den Weg frei für den Italiener Mario Draghi, der mit negativen Zinsen die Sparvermögen der Bürger entwertete. Und nun verzichtete die Bundeskanzlerin erneut darauf, mit Jens Weidmann einen vorzüglichen und auf Inflationsvermeidung bedachten Kandidaten als Präsident der EZB zu installieren.