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Basilius-Kathedrale am Roten Platz in Moskau

Infografik zu Erneuerbaren Energien Russland und EU sehen Potenzial im Wasserstoff-Markt

Bis 2035 möchte die russische Regierung das Land zu einem Weltmarktführer des Energieträgers Wasserstoff machen. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Auch in anderen Staaten wie Japan und Deutschland wird die Technologie stark gefördert.

07.08.2020 - 10:39 Uhr | in Nachhaltigkeit

Russland plant, zu einem Weltmarktführer im Wasserstoff-Bereich zu werden. Insbesondere bei den Europa-Exporten sieht der Flächenstaat ein großes Potenzial. Gazprom schätzt, dass sich das Marktvolumen der EU im Jahr 2050 auf 153 Milliarden Euro beläuft. Das umstrittene Pipeline-Projekt Nordstream 2 könnte hierbei noch eine wichtige Rolle spielen. So besteht die Möglichkeit, ein verquicktes Gasgemisch mit bis zu 70 Prozent Wasserstoff-Anteil durch die Leitungen zu schicken. 

„Russland hat enorme fossile Ressourcen. Diese für die Wasserstofferzeugung als Brückentechnologie zu nutzen, wird dazu beitragen, die Technologie auf allen Ebenen durchzusetzen“, so die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer. Demnach könne sowohl Russland als auch Deutschland bei der Wasserstoff-Technologie eine Schlüsselrolle zukommen.

Die Europäische Union verstärkt seine eigenen Wasserstoff-Bestrebungen. Am 10. Juni 2020 veröffentlichte die Bundesrepublik eine Wasserstoff-Strategie, welche wiederum von Russland wohlwollend aufgenommen wurde, so die Ausführungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Demnach könne auch Russland eine Schlüsselrolle zukommen. „Russlands Teilnahme am globalen Wasserstoffmarkt ist nicht nur für Deutschland, sondern auch im Weltmaßstab relevant. Der größte Flächenstaat der Welt verfügt über eine gewaltige Ressourcenbasis mit erheblichem Energiepotenzial und Wasserreserven“.

Auch die Börsianer glauben an das Wasserstoff Potenzial, die entsprechenden Aktien zählen zu den großen Krisen-Profiteuren.

Zukunftstrend Wasserstoff

Insbesondere grüner Wasserstoff werde in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Bis zum Jahr 2050 soll der Anteil jener sauberen Energiequelle 24 Prozent der weltweiten Energie-Nachfrage abdecken – eine Durchdringung, welche ohne hohe Investitionen nicht möglich ist. Die Europäische Union plant, bis zu besagtem Jahr zwischen 180 und 470 Milliarden Euro in erneuerbaren Wasserstoff zu investieren.

Wasserstoff-Aktien hoch im Kurs

Jener Zukunftstrend sorgt auch auf dem Börsen-Parkett für Überraschungen. Seit Jahresbeginn kletterte der Preis der ITM Power Aktien um 199 Prozent nach oben. Auch Nel ASA gewann mit einem Plus von 90,2 Prozent bedeutend an Börsenwert. Im selben Zeitraum wiederum verringerte sich die Notierung des Dax und Dow Jones. Wasserstoff-Aktien zählen somit zu den antizyklischen Krisen-Gewinnern.

Einer Erhebung aus dem Hause „Logistra“ zufolge glauben 78 Prozent der Börsianer, dass Wasserstoff-Fahrzeuge im Wettrennen um die Antriebstechnologie der Zukunft die Nase vorn haben werden. Lediglich 22 Prozent sehen Elektrofahrzeuge von Tesla & Co. im Vorteil.