Internationaler FrauentagFrauen für die Investmentbranche begeistern

Der Weltfrauentag am 08. März stand unter dem Motto „Pledge for Parity“. Im Fondsmanagement ist es allerdings noch ein weiter Weg bis zu einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis. Columbia Threadneedle befragte fünf leitende Fondsmanagerinnen zur Situation an den Finanzmärkten und ihren weiblichen Vorbildern.

08.03.2016 - 11:55 Uhr08.03.16 11:55
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in  Fonds
Fünf erfolgreiche Frauen bei Columbia Threadneelde (v.l.): Ann Steele, Diane Sobin, Cathrine de Coninck-Lopez, Maya Bhandari, Sarah Williams
Fünf erfolgreiche Frauen bei Columbia Threadneelde (v.l.): Ann Steele, Diane Sobin, Cathrine de Coninck-Lopez, Maya Bhandari, Sarah Williams
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Ann Steele: Leitende Portfoliomanagerin, europäische Aktien

Leitende Portfoliomanagerin, europäische Aktien | © Columbia Threadneedle

Der Jahresauftakt 2016 war nicht einfach. Wie beurteilen Sie die Aussichten für Ihre Anlageklasse in diesem Jahr?

Für europäische Aktien war es der schlimmste Jahresauftakt seit 40 Jahren. Schuld sind der anhaltende Konjunkturabschwung in China, der Abbau von Lagerbeständen im Industriebereich sowie der Verfall der Öl- und Rohstoffpreise. Auch das weltweite Wachstum bereitet uns Sorgen, denn es ist niedriger, als wir das in den letzten 15 Jahren gewohnt waren. Das ist kein gutes Umfeld für Banken, da die Forderungsausfälle zunehmen. Bleiben die Zinsen längere Zeit im negativen Bereich, führt das zu einer Polarisierung der Volkswirtschaften. Zentralbanken und Regierungen sollten andere, vorzugsweise fiskalpolitische Maßnahmen zur Konjunkturbelebung in Betracht ziehen.

Glücklicherweise gibt es auch einen Lichtblick für Stockpicker: Die Aktien europäischer Weltklasse-Qualitätsunternehmen sind ein Stück preiswerter geworden. Unternehmen wie Unilever, Reckitt Benckiser, Sika, Ryanair, BT, Amadeus, um nur einige zu nennen, die über gesunde Bilanzen sowie Cashflows mit hohen Dividenden verfügen, erscheinen sehr attraktiv. Aktive Anleger haben die Chance, zu günstigen Kursen zuzukaufen.

Anlässlich des Internationalen Frauentags 2016 die Frage: Welche Frau ist Ihr Vorbild?

Die Geschichte ist voller wegweisender und einflussreicher Frauen, von Cleopatra über Rosa Parks und Emmeline Pankhurst bis hin zu Anne Frank, Königin Elizabeth II. oder J. K. Rowling. Im Laufe der Geschichte haben Frauen mutig darum gekämpft und sich unermüdlich dafür eingesetzt, in ihrem Bereich als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen zu werden. Eleanor Roosevelt forderte uns alle einst auf: „Tun Sie jeden Tag etwas, das Ihnen Angst einjagt“.

Im Oktober 2012 betrat ein Bewaffneter einen pakistanischen Bus, fragte ein Mädchen nach ihrem Namen und was sie dort tue. Dann versetzte er ihr drei Kopfschüsse. Ihr Verbrechen? Sie hatte öffentlich Bildung für Mädchen gefordert. Nachdem es Malala Yousafzai wieder besser ging, sagte sie: „Ich möchte nicht als das Mädchen in Erinnerung bleiben, das niedergeschossen wurde. Ich möchte als das Mädchen in Erinnerung bleiben, das aufbegehrte“. Sie ist ein echtes Vorbild in der komplizierten Welt von heute. Ich habe hart dafür gearbeitet, dass meine Kinder in den Genuss einer guten Ausbildung kommen, mit der sie ihr volles Potenzial entfalten können. Und ich hoffe, dass auch sie etwas bewegen werden.

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