Interview mit Goldexperte Joachim Berlenbach Der Greenback als Kompassnadel

In den vergangenen Monaten ist der Goldpreis von seinen Jahreshochs zurückgekommen. Womit hängt der Preisverfall zusammen? Wie geht es kurzfristig bei Gold weiter? Wie sieht die Entwicklung im mittelfristigen und längeren Zeitrahmen aus? Der Geologe, Marktkenner und Fondsmanager Dr. Joachim Berlenbach gibt Antworten.

16.12.2016, aktualisiert 03.01.2017 - 14:3903.01.17 - 14:39
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der fonds: Herr Dr. Berlenbach, eigentlich hat sich an dem generellen Umfeld, in dem Gold seit Beginn des laufenden Jahres stark gesucht war, nichts geändert. Blickt man auf die Eurozone, hat sich die Unsicherheit nach dem Italien-Referendum sogar noch verstärkt. Woran liegt es, dass der Goldpreis weiterhin unter Druck ist?

Joachim Berlenbach: Es gibt mehrere Gründe für den fallenden Goldpreis in der zweiten Jahreshälfte, doch könnte dieser schon bald wieder in eine positive Richtung drehen. Während es im dritten Quartal hauptsächlich Gewinnmitnahmen nach dem spektakulären Anstieg in der ersten Jahreshälfte waren, sind es seit Trumps Wahl zum US-Präsidenten zunehmend Opportunitätskosten, die den Goldpreis unter Druck setzen. So hat die überraschende Wahl Trumps eine neue Euphorie für andere Asset-Klassen wie Aktien und Industrierohstoffe ausgelöst, nachdem Investoren sich nach einer anfänglichen Skepsis schnell auf die möglichen positiven Entwicklungen einer Trumpschen Wirtschaftspolitik fokussierten.

Foto: Dr. Joachim Berlenbach / Quelle: Universal Investment