Sie besuchen der fonds mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Daniel Lösche, Investment-Stratege von Schroders: „Der Ölpreis beeinflusst die Gewinne sehr vieler Unternehmen.“

ANZEIGE Investment-Stratege von Schroders zur Preisentwicklung beim Öl Der steigende Ölpreis kann für Anleger positive Überraschungen bedeuten

Seit fast zwei Jahren kennt der Ölpreis nur eine Richtung: aufwärts! Daniel Lösche, Investment-Stratege von Schroders, zu Ursachen und Auswirkungen der Energiepreis-Hausse – und der Frage, was Anleger jetzt im Auge behalten sollten.

29.11.2017 - 15:47 Uhr | Von:  in Schroders

Nach einem massiven Absturz stand der Ölpreis im Januar 2016 bei unter 28 US-Dollar*. Grund für die Preiserosion, die von rund 115 US-Dollar nur anderthalb Jahre zuvor ausging, war eine Kombination aus zwei Faktoren: Erstens lag ein massives Überangebot im Markt vor, das unter anderem auf neue Gewinnungsverfahren wie Schieferöl-Produktion und Fracking zurückzuführen war. Und zweitens war die weltwirtschaftliche Entwicklung von erheblichen Wachstumssorgen belastet, insbesondere für China wurde eine „harte Landung“ befürchtet. Obwohl auch in diesem Zeitraum die Gesamtnachfrage nach Öl zunahm, konnte sie mit der Angebotsausweitung nicht schritthalten. Folglich erhöhten sich die Lagerbestände massiv. Hinzu kam: Der US-Dollar stieg seinerzeit, was den Ölpreis stets belastet.

Trendumkehr seit 2016

Doch seither haben sich einige Fakten verändert. Die Weltwirtschaft ist wieder angesprungen, derzeit läuft die weltweite Konjunktur auf Hochtouren. Zudem hat die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zusammen mit einigen weiteren Staaten, darunter Russland, im Dezember 2016 eine Fördermengenreduzierung in Höhe von 1,8 Millionen Barrel pro Tag eingeführt und dadurch die Angebotsseite verknappt. Die Folge: Der Ölpreis vollzog die Kehrtwende und erhöhte sich sukzessive – Ende November 2017 stand er bei knapp unter 64 US-Dollar**, ein Zuwachs von rund 130 Prozent seit dem Tief.

Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung weiter anhalten wird, denn gerade in den USA und China wächst derzeit die Nachfrage in erfreulichem Tempo. Zudem erwarten wir, dass die OPEC bei ihrem nächsten Treffen eine Verlängerung der Fördermengenbeschränkung über den bislang vereinbarten Schlusspunkt im März 2018 hinaus beschließen wird. Vor diesem Hintergrund halten wir mittelfristig einen Ölpreis von rund 70 US-Dollar für realistisch, langfristig sind unserer Meinung nach Notierungen zwischen 55 und 65 US-Dollar gerechtfertigt.

* Alle Ölpreis-Angaben in diesem Beitrag sind pro Barrel, bezogen auf die Rohölsorte Brent

** Exakte Notierung ist 63,53 US-Dollar pro Barrel; Stand vom 28. November 2017