Erneuerbare Energien punkten Investmentchancen in einer klimabewussten Welt

Damit nachhaltige Wirtschaftsbereiche und Produktionsverfahren im Wettbewerb bestehen können, müssen sie finanziert werden. Das bietet Chancen für zukunftsorientierte Anleger, erklärt Thorsten Mohr, Geschäftsführer bei Argentum AM.

26.05.2021, aktualisiert 03.06.2021 - 09:0603.06.21 - 09:06
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Offshore-Windpark in der Nordsee
Offshore-Windpark in der Nordsee: Fonds mit Fokus auf erneuerbaren Energien ziehen derzeit enorme Kapitalzuflüsse an© IMAGO / nordpool/Salomonsen

Der Klimawandel gefährdet die Artenvielfalt, sorgt für immer mehr extreme Wetterereignisse wie Stürme, Dürren sowie Überschwemmungen und könnte ganze Landstriche unbewohnbar machen. Kurzum: Er ist aktuell die größte Gefahr für die Menschheit. Und nicht nur das: „Die Erderwärmung bringt gigantische Kosten für Volkswirtschaften und Gesellschaften mit sich“, betont Thorsten Mohr, Geschäftsführer der Hamburger Investment-Boutique Argentum Asset Management.

Einer Umfrage der New York University (NYU) zufolge rechnen Ökonomen damit, dass die Kosten des Klimawandels bis 2025 auf jährlich 1,7 Billionen US-Dollar (1,45 Billionen Euro) steigen, sollten die Treibhausgasemissionen nicht erheblich reduziert werden. Angesichts der bisherigen Fortschritte könnte er allein in Deutschland ohne weitreichendere Maßnahmen bis zum Jahr 2050 insgesamt knapp 800 Milliarden Euro kosten, erwartet Mohr und stellt deswegen fest: „Die Kosten der globalen Erderwärmung sind nach dieser Einschätzung um ein Vielfaches höher als die Kosten für deren Bekämpfung.“

Klimaneutralität bis 2050

Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten haben sich im April 2020 darauf verständigt, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent verglichen mit 1990 zu senken. Bisher hatte die EU eine Verringerung von 40 Prozent zugesagt. Im Jahr 2050 will die EU dann klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen als der Atmosphäre auf natürlichem oder technischem Wege wieder entzogen werden können.

Photovoltaik setzt sich weltweit durch

„Bis zu 270 Milliarden Euro sind jährlich an Investitionen notwendig, um diese ambitionierten Ziele zu erfüllen. Dabei steht vor allem die Energiewirtschaft im Fokus“, sagt Mohr. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind ebenfalls dieser Meinung: „Neben der Steigerung der Effizienz ist ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien unabdingbar.“

„Besonders die Energieerzeugung durch Photovoltaik setzt sich weltweit durch“, so Mohr. In China beispielsweise übertraf der Zubau an Solarkraftanlagen im Jahr 2020 den im Vorjahr um 60 Prozent. Ende 2020 waren insgesamt 253,4 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert. Die zweitgrößte Volkswirtschaft will bis 2060 klimaneutral werden. Bereits bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix mindestens 25 Prozent betragen. Auch in Deutschland steht der Ausbau der Photovoltaikleistung auf der Agends. Bis 2030 sollen 150 Gigawatt in den Energiemix einfließen – eine Verdreifachung ausgehend vom aktuellen Niveau.

Von diesem Trend profitieren auch die Aktienkurse innerhalb der Branche: „Unternehmen wie Enphase Energy, Sunnova, SunPower oder auch Sunrun erzielten im vergangenen Jahr Renditen von mehr als 100 Prozent. Die Infrastrukturinitiative in den USA und die darin enthaltenen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels dürften diesen Markt nochmals unterstützen. Denn: Zwei Billionen US-Dollar sind für das Ziel einer Netto-Null-Wirtschaft bis 2050 vorgesehen“, sagt Mohr. „Da dieser Markt noch am Anfang steht, weil das Bewusstsein im Kampf gegen den Klimawandel sich noch entwickelt und die politischen Maßnahmen erst greifen müssen, gibt es hier langfristiges Potenzial.“

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