Investments in ArgentinienDie Weltmarktintegration scheint zu gelingen

Die Börse in Buenos Aires legt seit dem Jahr 2013 stetig zu. Auch nach den Aktienrekorden 2017 dürfte die Rally weitergehen – dank des energischen Reformkurses der Regierung. Vor allem Banktitel haben gute Aussichten auf steigende Kurse.

08.01.2018 - 09:30 Uhr08.01.18 09:30
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Argentiniens Staatschef Mauricio Macri und First Lady Juliana Awada: Die gute Wirtschaftsentwicklung wird von den Wählern honoriert
Argentiniens Staatschef Mauricio Macri und First Lady Juliana Awada: Die gute Wirtschaftsentwicklung wird von den Wählern honoriert © Getty Images

Ein Plus von rund 14 Prozent im DAX im Jahresverlauf 2017 ist nicht schlecht. Der argentinische Merval-Index (MERcado de VALores de Buenos Aires) glänzt aber noch verlockender: Um fast 76 Prozent hat sich der Index verbessert, der die 17 größten und liquidesten Unternehmen an der Handelsbörse von Buenos Aires enthält. Auf Sicht von drei Jahren ergibt sich für den Leitindex der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas ein Zuwachs von 263 Prozent. Das Performance-Plus der vergangenen fünf Jahre summiert sich auf 958 Prozent. Seit der Finanzkrise hat sich der Index um 1.400 Prozent erholt.  

Morgan Stanley erwartet 2018 Leitindex-Plus von 28 Prozent

Die Investmentbank Morgan Stanley erwartet, dass der Steigflug der argentinischen Börse anhalten wird. Die Analysten prognostizieren für 2018 ein Plus des Merval von 28 Prozent, gerechnet in harten US-Dollar.

Woher kommt der Optimismus? Die Morgan-Stanley-Branchenkenner setzen darauf, dass der konservativ-liberale Präsident Mauricio Macri, der im Oktober 2017 bei den Zwischenwahlen zum Kongress im Amt bestätigt wurde, sein Reformprogramm in den kommenden Monaten ausweiten wird. Macri lässt sich dabei nicht lange bitten: Neue Dynamik soll ein von ihm jüngst im Kongress eingebrachtes Paket zur Steuerreform sowie zu den Arbeitsgesetzen bringen.

Ende 2015 wurde der wirtschaftsfreundliche ehemalige Bürgermeister der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires unter großem internationalen Aufsehen ins Amt gewählt. Im Schnelldurchgang hat er Argentinien wieder auf marktwirtschaftlichen Kurs gebracht.

Argentiniens Wirtschaft fasst wieder Tritt

Zwar hatte die Rückkehr zur freien Marktwirtschaft und die Aufhebung von Preisstopps im ersten Regierungsjahr Macris (2016) zu einer schweren Anpassungsrezession bei hoher Inflation geführt. Mittlerweile hat die Wirtschaft jedoch zusehends Tritt gefasst. Private Unternehmen investieren wieder verstärkt in dem Land mit 44 Millionen Einwohnern. Eine Umfrage des Unternehmerverbandes Idea hat ergeben, dass die Zuversicht bei den Unternehmen so groß ist wie zuletzt vor 22 Jahren. Die Regierung hofft, dass die Wirtschaft damit weiterhin kräftig zulegen kann. Investmentbanken wie Morgan Stanley erwarten für 2017 einen Zuwachs des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 2,8 Prozent. Für das Jahr 2018 wird sogar ein Wachstum von 3 Prozent erwartet.

Carmignac sieht Argentinien auf dem richtigen Weg

„Die Macri-Administration hat gehalten, was sie versprochen hat“, sagt Xavier Hovasse, Head of Emerging Market Equities bei Carmignac. „Der Wechselkurs wurde liberalisiert, was die Geschäftsentwicklung der Firmen erleichtern wird. Die Ausgaben des Staates für Subventionen wurden außerdem von 11,8 Prozent auf weniger als 8 Prozent zurückgefahren, was eine bemerkenswerte Entwicklung darstellt. Diese Reformschritte werden sich auszahlen – Argentinien ist auf dem richtigen Weg.“