Japan-AktienAusländische Investoren übertrieben pessimistisch

Ausländische Anleger haben insgesamt in diesem Jahr mehr japanische Aktien verkauft als zu jedem anderen Zeitpunkt seit der Jahrtausendwende. Bei ihrer übertrieben pessimistischen Haltung übersehen sie jedoch zahlreiche Chancen, erläutert Robin Black von Kames Capital.

22.10.2018 - 09:24 Uhr22.10.18 09:24
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Besucherandrang im Hitachi Seaside Park im japanischen Katsuta: Wer früh aufsteht, hat die ganze Pracht der Sommerzypressen für sich.
Besucherandrang im Hitachi Seaside Park im japanischen Katsuta: Wer früh aufsteht, hat die ganze Pracht der Sommerzypressen für sich.© Getty Images

Japan musste dieses Jahr bereits mehrere Verkaufswellen ausländischer Anleger hinnehmen, die Angst vor den Auswirkungen eines globalen Handelskrieges haben. Die trübe Stimmung, die dem TOPIX-Index nach Bloomberg-Angaben bis dato einen Verlust von 3,1 Prozent beschert hat, überschattet die positive Gewinndynamik und die chancenreichen Bewertungen.

Nach Aussage von Robin Black, Co-Manager des Kames Global Equity Income Fund, steht diese Entwicklung in starkem Gegensatz zu den Jahren 2013 und 2014, als Anleger sich förmlich auf japanische Aktien stürzten. Dennoch fördern die Verkäufe auf breiter Front seiner Einschätzung zufolge im Vergleich zu anderen Märkten einmalige Anlagechancen zutage.

Japan-KGV bei 13, KBV bei 1,3 

„Japan ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,3 vielversprechend bewertet. Zudem entwickeln sich die Gewinne vor allem angesichts der anhaltenden Yen-Abwertung dynamischer als in vielen anderen Ländern. Als die Gewinne in Japan noch niedriger waren, war der Bewertungsabschlag durchaus gerechtfertigt. Aber inzwischen befinden sich die Eigenkapitalrenditen in Japan auf Augenhöhe mit Europa, und die Gewinnmargen haben sich gegenüber den 1990er Jahren mehr als verdoppelt,“ erläutert Black.