Sie besuchen der fonds mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Shopperinnen in Tokio: Japans BIP ist im zweiten Quartal 2018 um 1,9 Prozent gestiegen

Japan-BIP „BoJ wird die Zinsen nicht erhöhen“

Das von der Bank of Japan (BoJ) veröffentlichte Bruttoinlandsprodukt sorgt für Überraschung: Der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen steigen. Jesper Koll, Japan Senior Adviser bei WisdomTree, kommentiert die Zahlen.

13.08.2018 - 09:11 Uhr | Von:  in Märkte

Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal 2018 um 1,9 Prozent und lag damit rund ein halbes Prozent über den Erwartungen des Marktes. Nach dem Rückgang im Vorquartal deutet dies auf eine Wachstumsrate von rund 1 Prozent in diesem Jahr hin. Dies entspricht dem Wachstumspotenzial Japans – schnell genug, um die Unternehmensgewinne zu steigern, aber nicht zu schnell, um Änderungen in der Geldpolitik zu rechtfertigen. Das heißt: Entgegen der übereinstimmenden Erwartung eines Null-Gewinn-Wachstums hat die Unternehmenssaison April-Juni eine Gewinnsteigerung von 14 Prozent gebracht.

Japans makroökonomische Wachstumstreiber waren der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen. Ersteres wurde durch eine weitere intelligente Beschleunigung des Wachstums der Arbeiterunfallversicherung getrieben – ein Anstieg um 4,3 Prozent gegenüber April-Juni, mehr als doppelt so hoch wie die Wachstumsrate von 1,9 Prozent in diesem Jahr. Der BoJ-Bericht bestätigt auch, dass die Lohn- und Einkommensdeflation beendet ist.

Dagegen zeigt der Wohnungsbau keine Anzeichen einer Talsohle. Tatsächlich ging der Wohnungsbau im vierten Quartal in Folge zurück und liegt nun 9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der sich weiter vertiefende Abwärtszyklus im Wohnungsbau ist ein wesentlicher Grund dafür, warum wir glauben, dass die BoJ die Zinsen nicht erhöhen wird – der Wohnungsbau ist der zinssensibelste Sektor in der Wirtschaft, so dass eine Anhebung der Zinsen prozyklisch wäre und demnach die Rezessionsgefahr erhöhen würde.

In Zukunft werden die unmittelbaren Wachstumsaussichten durch handelspolitische Unsicherheiten – was Verzögerungen oder Kürzungen bei den Investitionsplänen bedeuten könnte – sowie durch die jüngsten Überschwemmungsschäden und die aktuelle Hitzewelle getrübt. Längerfristig deuten die Erhöhung der Verbrauchssteuer im nächsten Jahr und der erwartete Rückgang des olympischen Baubooms 2020 in Tokio auf Abwärtsrisiken für den Ausblick auf das kommende Jahr hin. Daher bleiben wir zuversichtlich, dass die geldpolitischen Maßnahmen auf absehbare Zeit beibehalten werden.