Japan Touristenzahlen steigen, Investitionsentwicklung sinkt

Japan hat seine Exporte den elften Monat in Folge steigern können. Die Effekte des schwachen Yen locken nicht nur Touristen sondern auch Anleger.

27.11.2017 - 11:5427.11.17 - 14:27
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Furukawa-Garten in Tokio: Vor allem auch Gäste aus China hebeln die Besucherzahlen
Furukawa-Garten in Tokio: Vor allem auch Gäste aus China hebeln die Besucherzahlen © Getty Images

Jüngste Meldungen: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat angekündigt, am 8. Dezember ein neues Konjunkturpaket im Umfang von umgerechnet 15 Milliarden Euro aufzulegen. Und: Japan verliert bei Geschäftsleuten an Anziehungskraft: US-Fluglinien streichen Routen zum Flughafen Tokio-Narita und fliegen stattdessen verstärkt nach China und Südkorea.

Schwächelnde Konjunktur und weniger Business-Flieger? Touristen freut’s: Japan rangiert auf der Beliebtheitsskala von Fernreisenden derzeit ganz oben. Kyoto, die ehemalige Hauptstadt Japans, wurde 2016 von insgesamt 55 Millionen Japanern und ausländischen Gästen besucht – so viele wie nie zuvor.

Die staatlich geförderte Schwäche des Yen sorgt zugleich für einen schwungvollen Außenhandel. Aufgrund der hohen Nachfrage nach japanischen Elektronikprodukten und Autos profitierten die Exporte auch im Oktober, wie Japans Regierung vor wenigen Tagen meldete.

Exporte steigen weiterhin zweistellig

Damit hat die japanische Volkswirtschaft ihre Exporte zum vierten Mal hintereinander zweistellig und den elften Monat in Folge gesteigert. Eindrucksvoll auch der Vorjahresvergleich: Die Exporte erhöhten sich zum Oktober 2016 um 14 Prozent. Die Einfuhren legten sogar um knapp 19 Prozent zu. Insgesamt hat Japan von Anfang Januar bis Ende Oktober 2017 Waren im Wert von 487 Milliarden Euro exportiert – höchster Wert seit dem Jahr 2008.

Die anziehenden Ausfuhren haben der japanischen Wirtschaft die längste Wachstumsphase seit 16 Jahren beschert. Seit sieben Quartalen in Folge steigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das gelang zuletzt zwischen Januar 2005 und Juni 2006. Auch im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiter zu: Von Juli bis September erhöhte sich der Wert nach Regierungsangaben um 1,4 Prozent (zweites Quartal: 2,6 Prozent).