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Anzeigetafel mit Aktien-Charts

Börsenkultur in Deutschland Jeder Sechste hat Aktien, Fonds oder ETFs im Depot

Während der Corona-Krise haben viele Deutsche die Börse für sich entdeckt: 12,4 Millionen Anleger wurden gezählt – der höchste Stand seit 20 Jahren. Vor allem jüngere Anleger wagten sich aufs Börsenparkett. Zu diesem Ergebnis kam das Deutsche Aktieninstitut.

24.03.2021 - 14:27 Uhr | in News

Im Vergleich zum Vorjahr kletterte die Zahl derer, die in Deutschland Anteilsscheine von Unternehmen und/oder Aktienfonds besitzen um knapp 2,7 Millionen, so Christine Bortenlänger, Chefin des Deutschen Aktieninstituts. „Jeder Sechste in Deutschland hatte Aktien, Aktienfonds oder Aktien-ETFs im Depot.“ Das ist die höchste Zahl seit dem Rekordjahr 2001 mit damals fast 12,9 Millionen Anlegern.

Das Corona-Jahr hat den Aktienboom bei Jung und Alt befördert. Weil Urlaube platzten, Einkaufsbummel und Restaurantbesuche nicht oder nur eingeschränkt möglich waren, sparten die Menschen viel Geld. Die gewonnene Zeit nutzten viele von ihnen, um sich mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen: „Das war insbesondere im März und April 2020 zu beobachten, als viele die niedrigen Börsenkurse als Chance für den Einstieg in den Aktienmarkt genutzt haben.“

Starker Zuwachs bei der jüngeren Generation

Besonders die Gruppe der unter 30-Jährigen war demnach sehr aktiv an der Börse. Fast 600.000 junge Erwachsene wagten sich aufs Parkett – eine Steigerung von fast 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit der mit Abstand stärkste Anstieg unter allen Altersgruppen.

Ein Grund für den Boom unter den Jugendlichen scheint der erleichterte  Einstieg in den Aktienmarkt mit Hilfe von Apps zu sein. Ein Fondssparplan ist mit wenigen Klicks eingerichtet, Aktien sind mit ein paar Fingerbewegungen gekauft. „Die Aktienanlage hat über das Smartphone die Hosentasche erreicht“, kommentiert Bortenlänger die Entwicklung. Auch Influencer und Internetforen haben mit ihrer Kommunikation auf Augenhöhe das Thema Geldanlage für sich entdeckt. Das trifft offenbar den Nerv der Zeit – vor allem der jungen Generationen.

„Der letztjährige Boom bei den Aktionären ist ein gutes Zeichen für die Aktienkultur in Deutschland“, resümiert Bortenlänger. „Viele der Menschen, die 2020 Aktien kauften, haben sich für das Sparen in Aktienfonds und Aktien-ETFs entschieden. Sie wollen langfristig dabeibleiben.“ Neuen Börsenbegeisterten rät Bortenlänger zu einer ruhigen Hand am Aktienmarkt. Am besten fährt, wer auf die bewährten Grundregeln der Aktienanlage vertraut: Langfristiges, kontinuierliches und breit gestreutes Sparen führt bei beherrschbaren Risiken zu hohen Erträgen. „So kann man getrost auch ein zwischenzeitliches Börsentief aussitzen.“

Politik sollte Rahmenbedingungen verbessern

Bortenlänger appelliert an die Politik: „Damit noch mehr Menschen von den Renditevorteilen von Aktien profitieren können, braucht es bessere Rahmenbedingungen. Mitarbeiteraktien sollten noch mehr gefördert werden, Aktienerträge nach einer Haltefrist von fünf oder zehn Jahren steuerfrei sein und Wertpapiere müssen ein fester Baustein in der Altersvorsorge werden. Das wären wichtige Signale und richtige Schritte. Ob die Politik endlich den Mut dazu findet, wird die Bundestagswahl 2021 zeigen.“

Aktuell boomt es wieder an den Aktienmärkten, Analysten trauen dem Dax zum Ende des laufenden Jahres einen Rekordwert von 15.000 Punkten zu. Doch was passiert, wenn die Kurse wieder fallen? Endet dann die „neue Liebesgeschichte“ der Deutschen mit der Börse, von der das Aktieninstitut in seiner jüngsten Studie berichtet?