J.P. Morgan-StudieBerater-Kunden streben 4 bis 5 Prozent Ertrag an

Deutsche Privatanleger haben den Ruf, eher ängstlich zu investieren. Nehmen sie jedoch die Dienste eines Finanzberaters in Anspruch, steigt ihre Risikobereitschaft. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von J.P. Morgan Asset Management hervor.

15.02.2017 - 12:55 Uhr15.02.17 12:55
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New York, 1955: Eine Frau kauft bei „American Express Money Orders“ Fondsanteile. Heute gehen Anleger wieder mehr Risiken ein als noch vor ein paar Jahren
New York, 1955: Eine Frau kauft bei „American Express Money Orders“ Fondsanteile. Heute gehen Anleger wieder mehr Risiken ein als noch vor ein paar Jahren© Getty Images

Wieviel Ertrag müssen Geldanlagen von Berater-Kunden heutzutage abwerfen, um Steuern und Inflation auszugleichen? Was erwarten Kunden selbst von ihren Investments? Und nehmen sie für höhere Renditen Kursschwankungen in Kauf? Diese Fragen stellte die amerikanische Investment-Gesellschaft J.P. Morgan mehr als 100 Beratern beim Fondskongress 2017 in Mannheim.

Das Ergebnis der Umfrage ist nicht überraschend: Mehr als die Hälfte der befragten Berater (53 Prozent) hält es für notwendig, dass ein Portfolio 4 Prozent erwirtschaftet, um die Kaufkraft zu erhalten. Ein Drittel glaubt sogar, dass Erträge von 5 bis 6 Prozent nötig sind, um Inflation und Steuern auszugleichen.

Und wie sehen das die Kunden? Die Hälfte der befragten Berater sieht bei ihren Kunden ein gewünschtes Ertragsniveau von 4 bis 5 Prozent. Es gäbe dafür auch die Bereitschaft, Schwankungen in Kauf zu nehmen. Weitere 15 Prozent geben sogar an, dass ihre Kunden Kursschwankungen gut aushalten können, dafür aber höhere Erträge von bis 7 Prozent erwirtschaften wollen. Lediglich ein Drittel der befragten Berater gab an, dass ihre Kunden sehr sicherheitsorientiert seien und dafür lieber auf Ertrag verzichten.

Immer weniger Anleger wollen für Sicherheit auf Ertrag verzichten

„Es scheint im anhaltenden Niedrigzinsumfeld eine Lernkurve bei den Privatanlegern zu geben“, kommentiert Pia Bradtmöller, Leiterin Marketing & PR bei J.P. Morgan in Frankfurt, die Entwicklung. Dies war im Jahr 2014 noch anders: Damals befragte J.P. Morgan 1.800 Privatanleger. Ein Großteil der Befragten zeigte sich noch nicht bereit, über Sparbücher und Festgelder hinaus zu investieren.

Dass die Risikobereitschaft notwendig ist, um die Kaufkraft zu erhalten, zeigen die pessimistischen Erwartungen der Berater in Sachen Zinsen. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer erwarten, dass es noch fünf oder mehr Jahre dauert, bis es wieder ein Zinsniveau von 3 bis 4 Prozent gibt. 30 Prozent sehen einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren als realistisch an.