Kames Capital-Fondsmanager David Ennett über Hochzinsanleihen „Das B-Segment ist der Sweet-Spot“

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Hochzinsanleihen bleiben auch 2017 Nutznießer des Anlagenotstandes, ist David Ennett überzeugt. Der Kames Capital-Fondsmanager rechnet mit Renditen zwischen 4 und 7 Prozent.

16.03.2017 - 17:4316.03.17 - 17:56
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Strandszene in Thailand: Hochzinsanleihen-Investoren können entspannt in die Zukunft blicken
Strandszene in Thailand: Hochzinsanleihen-Investoren können entspannt in die Zukunft blicken© Pixabay

Trotz der zweistelligen Zuwächse des Vorjahres ist die Bewertung von Hochzinsanleihen aktuell gut. „High Yield Bonds sind nicht billig, aber auch nicht teuer. Vor allem durch den Ausverkauf der Bonds aus dem Energiesektor hinkt die Bewertung des Marktes hinterher“, meint Kames-Capital-Fondsmanager David Ennett. Im historischen Vergleich befindet sie sich in der Nähe des Durchschnitts. „In einer Welt, in der viele Asset-Klassen deutlich überbewertet sind, ist das attraktiv“, so Ennett weiter.

Steigende Zinsen sind kein Problem

Viele Anleger sorgen sich aktuell wegen der steigenden Zinsen. Doch die sind für Hochzinsanleihen im Unterschied zu Investment-Grade- und Staatsanleihen aufgrund ihrer kürzeren Laufzeiten keine große Gefahr.

„Bezüglich der Zinsen sind wir im Hochzinsanleihen-Bereich entspannt. Bisher haben die Bonds Anlegern in Zinserhöhungszyklen positive Renditen beschert. Das ist so, weil die Zinsen in der Regel dann erhöht werden, wenn die Wirtschaft und damit die Profitabilität der Hochzinsanleihe-Emittenten wächst. Bis zum vierten oder fünften Anstieg verkraftet der Markt steigende Zinsen sehr gut. Problematisch wird es, wenn die Zinsen zu schnell und zu stark steigen. Doch so ein Szenario ist gegenwärtig weit und breit nicht in Sicht“, so Ennett.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen intakt

Um die Rückzahlung der Bonds zu gewährleisten, müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. „Wir glauben, dass wir 2017 moderate Wachstumsraten sehen werden, die den Hochzinsanleihen-Markt unterstützen. In den USA dürften Steuersenkungen sowohl bei Konsumenten als auch bei Unternehmen greifen und zu höheren Ausgaben führen. Von Stimulus-Programmen profitieren Emittenten mit einem Fokus auf den US-Markt“, fügt Ennet hinzu.

In Europa beginnt die geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu wirken. Während oberflächlich noch von Stagnation die Rede ist, expandiert die Industrie in der Eurozone bereits das dritte Jahr in Folge. Für Hochzinsanleihen ist das positiv. High Yield Bonds in Pfund machen gerade einmal 3 Prozent des weltweiten Marktes aus. Damit wird der Brexit für den Markt zu einem Nebenschauplatz.