Kames Capital-Portfoliomanager David Ennett „Die Tesla-Hochzinsanleihe ist nicht im Interesse unserer Investoren“

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Der US-Autohersteller Tesla ist hervorragend bewertet – dabei sind die Kennzahlen gar nicht so rosig. Eine Einschätzung von David Ennett, Leiter des Hochzinsanleihen-Teams von Kames Capital.

24.08.2017 - 09:4524.08.17 - 10:24
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Tesla-Modell beim Genfer Auto-Salon: Ambitionen des Managements übersteigen Cashflow bei Weitem
Tesla-Modell beim Genfer Auto-Salon: Ambitionen des Managements übersteigen Cashflow bei Weitem© Getty Images

Einige der besten Hochzinsanleihen kann man gut mit Investoren vergleichen: mauerblümchenartig, zuverlässig und langweilig. Bei Kames Capital halten wir einige Positionen bei Pappkartonherstellern, Bestattungsunternehmen, Konservendosenproduzenten und Zulieferern gelartiger Kapseln mit Wirkstoffen gegen Kopfschmerzen. Glanz und Glamour finden Anleger hier nicht – Sicherheit dagegen schon.

Auf die Probe gestellt wurde unsere Haltung kürzlich durch den US-Elektroautohersteller Tesla, der seine erste konventionelle Hochzinsanleihe begab.

Mit Tesla-Aktien auf Erfolgskurs

Tesla ist zweifelsohne ein beeindruckendes Unternehmen. Die Fahrzeuge sind technologische Wunder, die von Aktieninvestoren hoch bewertet werden. Teslas derzeitiger Aktienkurs impliziert einen Unternehmenswert, der in etwa dem 96-fachen des Unternehmensergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (engl.: earnings before interest, taxes, depreciation and amortization, EBITDA) entspricht.

Das EBITDA ist für Hochzinsanleger eine nicht unbedingt perfekte, aber zweckmäßige Kennzahl für Cashflows. Sie zeigt die Cash-Erträge, die ein Unternehmen mit seinem Anlagevermögen erwirtschaftet, abzüglich einer größtmöglichen Anzahl buchhalterischer Faktoren.

Der Wert von Tesla ist wirklich hoch. Zyniker behaupten, dass sämtliche gute Dinge, die dem Unternehmen jemals widerfahren sind oder überhaupt widerfahren können, darin bereits eingepreist sind.

„Zukunft der Autobranche nicht ohne Tesla und BMW denkbar“

Der deutsche Autohersteller BMW beispielsweise hat einen viel niedrigeren EBITDA – dennoch ist das Unternehmen im Bereich konventioneller Luxusfahrzeuge stark positioniert. Egal, welche Richtung die Autoindustrie in Zukunft einschlägt, sie wird es nicht ohne Tesla tun, aber auch nicht ohne BMW. Die Bewertung von BMW mit 61 Milliarden US-Dollar (51,6 Milliarden Euro) und Tesla mit 60,7 Milliarden US-Dollar (51,3 Milliarden Euro) durch den Aktienmarkt ist fast identisch.