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Brunnen in der Zentralafrikanischen Republik

Binnen fünf Jahren Keine Schwellenländerfonds mehr ohne ESG

Aufgrund ihrer schieren Größe haben in den aufstrebenden Volkswirtschaften bereits kleine Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit große Wirkung. Für Investoren wird es daher insbesondere in diesem Segment immer wichtiger, entsprechende Aspekte zu berücksichtigen, betonen John Malloy und James Johnstone von RWC Partners.

24.02.2021 - 13:25 Uhr | in News

„Fondsmanager von Schwellenländerinvestments müssen die nächsten fünf Jahre nutzen, um sicherzustellen, dass ESG im Zentrum der Investmentphilosophie steht. Denn die größten ökologischen und sozialen Herausforderungen liegen in diesen Ländern“, betont John Malloy, Co-Head of Emerging and Frontier Markets bei der britischen Fondsboutique RWC Partners. Die Herausforderung für Investoren in den Schwellenländern bestehe darin, sich auf fünf Jahre substanzieller Veränderungen einzustellen.

„Auf globaler Ebene haben die Schwellen- und Frontier-Märkte den größten Anteil an der Bevölkerung, der Fläche und den Bodenschätzen. Sie sind die Treiber des globalen Wachstums und Konsums. Deshalb ist es wichtig, verantwortungsvolle Geschäftspraktiken zu fördern, Menschenrechte und Umweltschutz durchzusetzen", sagte Malloy.

„Aufgrund ihrer Größe kann schon eine kleine Veränderung große globale Folgen haben kann. Das Stoppen der Abholzung in Brasilien, die Reduzierung der Emissionen in China, die Beseitigung der Armut in Indien oder eine Lösung für die Wasserknappheit in Afrika könnten den gesamten Planeten verändern“, nennt Malloy als Beispiele. ESG-Überlegungen seien bei Investitionen in aufstrebenden Ländern daher unerlässlich. „Die Entwicklung der Schwellen- und Frontier-Märkte in den nächsten fünf Jahren ist unweigerlich mit der Entwicklung nachhaltiger Investments verknüpft.“

Zukunftstechnologien und Rohstoffe sind Treiber der Schwellenländer

Zu den Themen, auf die das RWC Emerging & Frontier Markets Team derzeit setzt, gehören unter anderem der technologische Wandel, inklusive Finanzdienstleistungen, Gesundheit und Fitness, Infrastruktur, Bildung und nachhaltige Energieversorgung.

Für James Johnstone, der den RWC Next Generation Emerging Markets Equity Fund verwaltet, sind insbesondere die Aussichten für Rohstoffe positiv, da Veränderungen bei den Infrastrukturausgaben in den USA sowie in China die Nachfrage erhöhen dürften. Das gelte insbesondere für die Materialien, die für die Energiewende benötigt werden.

„Ein Bereich, den wir jetzt besonders positiv bewerten, sind Metalle, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 eine starke Performance zeigten. Gold, Silber und Kupfer legten deutlich zu", sagt Johnstone und ergänzt: „Aus makroökonomischer Sicht werden die globale monetäre Dynamik und weitere Zentralbankkäufe die Rohstoffpreise wahrscheinlich unterstützen. Die Bewertungen der rohstoffexponierten Unternehmen bleiben im historischen Vergleich attraktiv, die Bilanzen sind stabiler und die Investitionspläne rationaler.“

Positiver Ausblick für Asien, Europa und Südamerika

Auf geografischer Ebene sieht das Emerging Markets Team von RWC Partners Chancen in Asien, Europa und Südamerika. Die Bewertungen in den Schwellenländern seien attraktiv und im Vergleich zu den entwickelten Märkten relativ niedrig.

„In Asien sollten China, Südkorea und Taiwan einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung erleben, der durch Exportwachstum und Konsum getrieben wird“, erklärt Malloy. In Lateinamerika könnten die Strukturreformen in Brasilien die fiskalische Dynamik des Landes unterstützen, während die Einkaufsmanagerindizes des Landes weiter auf ein anziehendes Wachstum hindeuten. „Und wir gehen davon aus, dass Russland von einem höheren und stabileren Ölpreis profitieren wird, da dieser durch die Erholung der Nachfrage inmitten eines verringerten Angebots gut gestützt bleibt.“