KolumbienKaribik, Dschungel und Rendite

Seit kurzem interessieren sich weltweit viele Investoren für Kolumbien. Kein Wunder: Der Krieg mit den Rebellen ist offiziell beendet, die Wirtschaft fasst Tritt und Touristen strömen aus aller Welt in das südamerikanische Land.

16.05.2017 - 12:55 Uhr16.05.17 12:55
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Blick auf Cartagena de Indias an der Karibikküste Kolumbiens: Die Stadt zählt zu den beliebtesten Immobilienstandorten in Südamerika – ein Apartment kostet bis zu 7 Millionen US-Dollar
Blick auf Cartagena de Indias an der Karibikküste Kolumbiens: Die Stadt zählt zu den beliebtesten Immobilienstandorten in Südamerika – ein Apartment kostet bis zu 7 Millionen US-Dollar© Fotolia

Vergangenen Dezember war es endlich soweit: Die kolumbianische Regierung einigte sich mit der Rebellengruppe Farc auf einen Friedensvertrag. Das Abkommen soll die politische Gewalt beenden, durch die in den vergangenen 50 Jahren mehr als 220.000 Menschen starben. Gleichzeitig soll Investoren die Tür geöffnet werden.

Konkret sieht der Vertrag vor, dass die Farc-Kämpfer innerhalb von 180 Tagen ihre Waffen niederlegen und sich in die Gesellschaft integrieren. Die Guerilla-Gruppe kann eine Partei gründen, um eine gerechtere Landaufteilung zur erreichen und arme Gesellschaftsschichten zu unterstützen.

Mit diesem Prozess scheint die ökonomische Entwicklung Kolumbiens in Fahrt zu kommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des 49 Millionen Einwohner zählenden Staates stieg zwar schon in den Jahren vor dem Friedensabkommen kräftig. 2017 wird es sich voraussichtlich auf 306 Milliarden US-Dollar (276 Milliarden Euro) belaufen – im Vergleich mit dem kriselnden Nachbarstaat Venezuela (BIP 250 Milliarden US-Dollar, 225 Milliarden Euro) eine ganze Menge. Kolumbien ist nach Chile der größte Wachstumsmarkt Südamerikas.

Folgende Grafik zeigt die Entwicklung des kolumbianischen BIP seit dem Jahr 2007.

Wachstum verlagert sich in die Provinz

Die kolumbianische Wirtschaft hat noch viel Potenzial. Laut Ökonomen wird der Wachstumstrend in den kommenden Jahren nicht mehr nur in der von der Regierung kontrollierten Hauptstadt Bogotá zu beobachten sein, sondern auch in den übrigen Landesteilen.

„Lange Zeit wurden 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bogotá erwirtschaftet, nun sind es nur noch 50 Prozent, weil mehr in anderen Regionen investiert wird“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Kolumbianischen Industrie- und Handelskammer, Thomas Voigt, der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe eine zunehmende Dezentralisierung. „Das Wachstum verlagert sich in die Regionen.“